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Homo oder Hetero, alle eint dieselbe delikate Veranlagung: Sie nehmen praktisch täglich ahnungslos bis willentlich Penis in den Mund. Keinesfalls per se wortgetreu, vielmehr vorwiegend metaphorisch gesehen; fraglos jedoch mündlicher Manier. Oral, unter Zuhilfenahme sämtlicher Zungenfertigkeiten; präziser Attitüden des einzigen menschlichen Organs, welches fürwahr niemals müde wird. Die Rede ist von der Sprache (oder Sprache von der Rede?), der Kleidung unserer koketten Gedanken. (Magst Schwanz?) Mund Vorhang auf für mächtig verblüffende Penisse:

Täglich Brot

Stulle + Schinken / Beacon + Spiegelei = Strammer Max. Einfach in der Zubereitung und vorzüglich ass fuck (gnihihi), ideal als vollwertige Grundlage oder rauschbasierten Snack durchzechter Kneipennächte. Einst den ostdeutschen Gefilden entsprungen vermag sich der Stramme Max dieser Tage Land auf Land ab großer Beliebtheit zu erfreuen; er wartet hungrigen Gesellen gar deftig duftend in Autobahnraststätten, Schankkaschemmen, Bars und Szenelokalen auf.

Indes, dem Strammen Max wohnt in natura eine gänzlich andere Bedeutung inne: Er steht (gnihihi, steht) im sächsischen Raum bedeutungsvoll als Synonym für „erigierter Penis“; wohl aufgrund der Tatsache, dass ein Strammer Max einen besonders kräftigen, stämmigen, bodenständigen (gnihihi, Ständer) Schmaus verkörpert. Die Assoziation jener Stulle zum aufgerichteten Gemächt lag ergo nahe. Nun denn, wohl bekommt’s.

Edelmann VS Achtgroschenjunge

„Hinfort mit Euch, Gesindel!“, so tat’s der werte Herr verächtlich kund, als sich dereinst unser beider Wege kreuzten. Wohl wahr, betuchter Knilch mit Zylinder, Monokel, maßgeschneidertem Frack, weißen Albinohirschlederhandschuhen, auf Hochglanz gewichsten (gnihihi) Herrenschuhen, goldener Taschenuhr mit Platinkette, seidenem Einstecktuch samt Initialen und Gehstock mit verziertem Elfenbeingriff traf lustwandelnd auf meine Wenigkeit; ein Rendezvous greller Kontraste. Mir war’s augenscheinlich schnuppe, seine Herrlichkeit indes reagierte merklich brüskiert. So ein feiner Pinkel!

Nun, einen feinen Pinkel darf ich Mensch sei Dank gleichwohl in denselben (aus)Maße (gnihihi) mein Eigen nennen – denn „Pinkel“ entstammt der ostfriesischen Mundmische und bezeichnet – nope, nicht pinkeln – sondern sowohl „Spitze“ als eben auch „Penis“. Feiner Pinkel ergo kultivierter Dickhead.

Blut und Morde

Plump verformte Metallkonstrukte, schroff zersprengte Splitter spitzen Glases, konfus zerfranste Gliedmaßen und wallende Lachen roten Blutes – „Mit Karacho in die Leitplanken gekracht!“, so titeln’s provinzielle Blättchen nächsten Tages nüchtern. Wir „schlittern mit Karacho in die Krise“, intrigieren Politiker „mit Karacho aus dem Amt“ und stürzen „mit Karacho ins Abenteuer“. Oh Karacho, du infantil verwendetes Wörtchen für allerlei Bewegungskräfte ordentlichen Zunders; gar schelmisch schmunzeln lässt du mich.

Dürftet’s ja ferner gleichwohl lauten: „Mit vollem Rohr (gnihihi), Kraft mein‘ Karacho, ging’s in die Fotze rein.“ WAT? Jupp, anlässlich des ausdruck‘ Ursprungs mitunter vortrefflich passend – welcher wahrhaftig im raubauzigen spanischen Fluchwort „carajo“ liegt, was – galant umschrieben – schlicht und ergreifend „Penis“ heißt. Und viele Karacho-bezogene Artikel in schwänzlich neuem Lichte erstrahlen lässt.

Burgergetier

Gartenfrischer, jungfräulich grüner Pflücksalat, umgarnt von sonnengereiften, knackigen Tomaten. Getoppt von krossen Röstzwiebeln, welche knusprig-herzhaftem Beacon als vollmundiges Bettchen dienen. Liebgekost von zart schmelzendem Cheddarkäse sowie von durchdringender, würzig-scharfer BBQ Souce. Und endlich gekrönt von auf offener Flamme frisch und saftig gegrilltem, duftenden Beef. Ein Prachtkerl von einem Burger, wie er im Buche steht; die größte Perfektion, die einem glücklichen männlichen Rinde, ach was, stattlichen Bullen zuteilwerden kann. Reinbeißen, Vollkommenheit, Orgasmus im Mund.

Freilich ward das Wesen des Wortes „Bulle“ nicht von jeher auf maskuline Rinder, seriöse Konstabler oder schriftliche Erlasse bezogen; mitnichten. Es resultierte vielmehr vormalig aus den augenscheinlichsten, ungemein potenten Merkmalen erstklassiger Zuchtbullen: eindrucksvoller Hoden und repräsentativer Penisse, zu Germanisch / Altenglisch: „beallucas“. Ergo jenen Attributen, denen bis in die heutigen Tage unermessliche Relevanz beigemessen wird. Wenngleich weniger in puncto tierischer Bullen (gnihihi).

Farbe bekennen Ergänzt: 10.05.16

Wallenden Blutes, zutiefst erregt, umgriff er ihn mit beiden Händen; das arge Werkzeug seiner Wahl. Und stieß’s bedacht, und unerbittlich, tief in das samtig‘ Feucht hinein. Zog ihn raus, mit viel Gefühl, kein einzeln‘ Tröpfchen missend. Und doch troff’s jäh in langen Fäden vom steilen Teil herab; die Zeit rann ihm von dannen, es galt geschwind zu handeln: er nahm ihn fest und zugleich Maß – und spritze forsch mir voller Wucht auf jungfräuliche Unschuld. Ja so vollzog er’s Tag für Tag; ein Meister seines Faches. Ein Maler nur, und derart mehr – dank seines edlen Pinsels.

Doch halt, bevor du freudig denkst: „Woah, Maler werd‘ ich auch!“, gib erst mal acht und höre her: dein Job wär‘ sehr vulgär. Dein Werkzeug denn, der treue Freund, schimpft sich gewöhnlich „Pinsel“. Und stammt aus dem Latinischem – von „penicillus“, „Penis“. Bedenke dies, bevor du’s machst, wärst solch ein schrullig‘ Künstler. Du schafftest Kunst, ganz ohne Zweifel – mit einem borstig‘ Glied.

Gesundheit! Ergänzt: 10.05.16

Halsschmerzen – welch fiese Gräuel ihnen innewohnen, offenbart sich erfahrungsgemäß erst beim Schlucken vollmundigen Speis und Tranks. Im Regelfall nur nervend kratzen, verbergen sie die schurkige Gabe, bei Tuchfühlung mit Materie jeglicher Art geradezu gleißende Pforten zur Hölle zu öffnen. Doom, Hals-Edition. Nun, urbanen Legenden zufolge vermag eine dem „starken“ Geschlecht entspringende Flüssigkeit als gern zitiertes Hausmittel achtbare Linderung zu vollbringen – herrscht indessen Not am Manne, wird dann fraglos flink zum altbewährten Penicillin gegrabbelt.

Einem Wirkstoff, welcher aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken ist (selbst bei höchster Konzentration). 1928 von Alexander Fleming entdeckt, revolutionierte dieses natürliche Antibiotikum die Bekämpfung bakterieller Krankheitserreger – auch aufgrund seiner profanen Anwendung: Einfach Tabletten schlucken, und gut ist’s. Indes, um den Kreis zur Einleitung dieses Absatzes zu schließen, sei betulich darauf verwiesen, dass das Wörtchen „Penicillin“ – wie womöglich bereits im vorherigen Abschnitt vage erahnt – ebenfalls dem lateinischen „penicillus“ entspringt; besagter Verkleinerungsform von „peniculus“ alias „Penis“. Schlucken hilft halt in letzter Instanz tatsächlich formidabel gegen Halsschmerzen.

Epilögchen

So eifere mir nach und achte künftig auf deine Wortwahl. Zuvorderst denken, und dann erst quatschen. Oh ja, hüte deine Zunge, mien Jung! Nun – außer beim liebevollen Umschmeicheln reeller, greifbarer Penisse 👄🍆💦

PS: Falls die weitere Wörter einfallen, deren Bedeutung „Penis“ lautet, dann immer her damit. Indes: Keine Synonyme bitte! 👆

3 Kommentare

    • Krony
      Laberte

      Moin nispe,

      danke für diese (eigentlich überraschend naheliegenden) Ergänzungen, sie wurden dem Artikel sogleich „gekonnt“ einverleibt 🙂

      Pralle Grüße, Krony

  1. nis-pe
    Sprach

    Weiter geht’s.

    ad 4
    Der Rüde!
    „Rüde m. ‚männlicher Hund‘, früher allgemeiner ‚großer Hund, Jagdhund‘. Mhd. rüde, ahd. rudio, mndl. roede ‚Rute, Penis‘. Daneben ohne Umlaut mhd. rude, ahd. rudo, as. ruthio, mndd. mndl rode sowie ae. roðhund ‚Dogge‘; und mit Gemination ae. ryðða, mndd. rodde und deutsch Mundartformen (hess. rütte, alem. rütt). Herkunft dunkel.“
    (zit. nach: Kluge, Friedich; Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 22. Aufl., Berlin/New York, 1989)

    In diesem Themenkreis auch von hohem Nutzen, sollte sich der geneigte Leser demnächst eine Orchidee (huch!) in einem Porzellantopf (muahaha!) bei Amazon (hoppla!) bestellen, während er einem langatmigen Seminar (pahahaha!) folgend an seinem Vanilleshake (uhhhh!) nippt:
    http://mentalfloss.com/article/12350/dirty-etymology-9-everyday-words

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