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Das kennst du sicherlich auch: Wenn du deine eigene Stimme für welche Zwecke auch immer aufnimmst, dann denkst du vermutlich noch während des Sprechens freudig daran, dass dies die wohl epischte Aufnahme aller Zeiten werden wird. Doch die Ernüchterung folgt schnell: Beim Anhören deines gerade aufgenommenen Geredes oder eitlen Singsangs tönt dir geballt ein grausig fremdes, zerknittertes, geradezu fiepsiges Organ entgegen. Ganz klare Sache: Das muss am Aufnahmegerät liegen. Und an allen anderen Aufnahmegeräten dieser Welt, welche bereits in den Genuss kamen, deine Aussprache festzuhalten. Ob Handy, Kamera oder Mikrofon – die eigene Stimme klingt irgendwie immer beschissen – und natürlich hat immer der Gerät das Gerät daran schuld.

Sorry Dude – doch dem ist nicht so. Die Stimme, die du auf deinen Aufzeichnung zu hören vermagst und die in deinen Ohren ach so gruselig ertönt, ist die Stimme, die du auch wirklich besitzt. Lass mich dir das einmal näher erklären:

Im alltäglichen Leben fungiert dein eigener Kopf als Resonanzkörper deiner eigenen Stimme. Sprich, alle Laute, die du von dir gibst, hörst du zu großen Teilen durch deinen einen Kopf hindurch. Damit erschallen diese in deinen Ohren schon einmal deutlich verzerrter und verstellter. Zudem versucht dein Gehirn parallel, diese von innen kommenden Schallwellen herauszufiltern, sodass möglichst nur die aus deinem Mund stammenden Töne über deine Ohren aufgenommen werden. Das klappt allerdings mehr schlecht als recht – du hörst zeit deines Lebens deine eigene Stimme als ein wirres Gemenge innerer und äußerer Schallwellen.

Wenn du nun deine Laute von einem Mitschnitt hörst, klingen diese für dich absolut anders als das, was du von dir selbst gewohnt bist. Du nimmst dich – wie bereits erwähnt – eigenartig, richtiggehend mies wahr. Und wünscht dir, dass die Aufnahmestimme doch bitte deinem eigenen Gedöhns gleichen solle.

Dann allerdings klängest du auf einmal für deine Freunde, deine Familie, deine Bekannten und sonstigen Gefährten grausig verzerrt und fremdartig. Denn: Deine dir selbst gefallende Stimme kennt so im gesamten Universum NUR DU. Ja, nur du bist an diese deine Mische aus innerer und äußerer Stimme gewöhnt. Und alle anderen Menschen auf diesem Blauen Planeten kennen dein Sprechorgan so, wie es für dich aus der ohrenscheinlich so schrecklichen Wiedergabe dröhnt. Wohl wahr, was du als hässlich und abartig bezeichnest, ist für deine Mitmenschen Normalität.

Solltest du also demnächst erneut eine Aufnahme von dir hören, dann freunde dich doch besser mit dieser seltsamen Stimme an. Denn du hörst dich schließlich genau so, wie du für den Rest der Welt klingst. Und gleich wie sehr du dich dagegen sträuben magst – du wirst nie im Leben etwas dagegen unternehmen können 😛

2 Kommentare

  1. Max
    Verbalisierte

    Meine Stimme ist Scheiße! xD

  2. Johnny
    Schrieb

    Ich hasse meine „wahre“ Stimme. Die klingt so scheiße.

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