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Erinnern wir uns an die Mitte der 90er Jahre des vorherigen Jahrtausends zurück: Sichtlich stolz marschierten Anno dazumal Banker und Geschäftsleute, die es sich leisten konnten, mit schweren, groben „Knochen“ samt ausziehbarer Antenne durch die Altstädte und Parks und demonstrierten damit ihre Überlegenheit gegenüber der normalen Gesellschaft. Ein Handy war damals etwas genauso seltsames wie dieses neuartige „Internetz„, von dem damals alle Leute raunten und flüsterten. Es muss im Jahre 2002 gewesen sein, als ich ebenfalls sichtlich Stolz mit herausgestreckter Brust mein „Hightech“-2-Farben-Display-Nokia der Weltöffentlichkeit präsentierte. Doch diese Zeiten sind vorbei, Handys haben sich längst im Alltag fest etabliert und locken niemanden mehr hinterm Sofa hervor. Das glaubst du nicht? Nun denn, hier folgt der krasse Gegenbeweis:

4,4 Milliarden Handy-Nutzer

Weltweit wird die Zahl der Handy-Nutzer in diesem Jahr erstmals die Marke von 4 Milliarden überschreiten. Laut Hightech-Verband BITKOM steigt demnach die Zahl der weltweiten Handy-Nutzer von 3,9 Milliarden im Jahr 2008 auf rund 4,4 Milliarden gegen Ende 2009. Das entspricht einem Anstieg von 12 Prozent. Damit nutzen – rein rechnerisch – zwei Drittel der derzeitigen Weltbevölkerung ein Handy. Die Zahl der Nutzer steigt in Indien im Jahr 2009 voraussichtlich um 32 Prozent auf 457 Millionen. In Brasilien legt die Zahl der Mobilfunknutzer um 14 Prozent auf 172 Millionen zu und in China um 12 Prozent auf 684 Millionen. Bei über 1,33 Milliarden Menschen in China und 1,2 Milliarden in Indien gibt es dort noch genug Wachstumspotential.

In den westlichen Industrieländern hingegen sind die Wachstumsraten deutlich geringer. Grund ist der bereits hohe Verbreitungsgrad von Handys. In der Europäischen Union steigt die Zahl der Mobilfunkanschlüsse 2009 laut Daten der European Information Technology Observatory (EITO) um 4 Prozent auf 641 Millionen. Damit gibt es in der EU deutlich mehr Handy-Verträge als Einwohner (derzeit rund 500 Millionen).

Knete-Fete

Die Zahl der UMTS-Anschlüsse steigt in der EU im Jahr 2009 um 36 Prozent auf rund 172 Millionen, während die Zahl der herkömmlichen Anschlüsse auf Basis der so genannten GSM-Technologie um 5 Prozent auf 469 Millionen abnimmt. Der Umsatz mit mobilen Datendiensten in der EU wächst entsprechend stark um 10 Prozent auf rund 33 Milliarden Euro in 2009. In Deutschland steigt die Zahl der UMTS-Anschlüsse nach BITKOM-Schätzung um 43 Prozent auf rund 23 Millionen. Damit sind 22 Prozent der rund 105 Millionen Mobilfunkanschlüsse in Deutschland UMTS-fähig.

Japan setzt auf die nächste Generation

In den USA steigt die Zahl der UMTS-Nutzer in diesem Jahr voraussichtlich um 74 Prozent auf 108 Millionen. Die Zahl der herkömmlichen GSM-Anschlüsse sinkt um 7 Prozent auf 177 Millionen. Vorreiter bei der mobilen Datennutzung sind seit Jahren die Japaner. In Japan sind heute schon 90 Prozent der Handys an schnelle Datennetze der dritten Generation angeschlossen, derzeit wird ein Netz der vierten Generation landesweit aufgebaut.

Global Mobil

Verfechter der Mobilfunksendemasten haben es in heutigen Tagen schwer, selten zuvor hat sich eine neue Technologie so rasant und in diesen Zahlen um den gesamten Globus verbreitet. Es kann also durchaus vorkommen, dass du dich im nächsten Brasilien-Urlaub mit einer Machete mitten durch den tiefsten Dschungel kämpfst und nicht wie früher durch fremdartige Laute wilder Tiere aufgeschreckt wirst, sondern durch den Klingelton eines Jägers eines Naturvolks 😉

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