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Kubanische Revolution

Wir schreiben das Jahr 1952, auf Kuba stehen die Parlamentswahlen an, doch es kommt anders. Der Diktator Fulgencio Batista putscht sich gewaltsam an die Macht und regiert mit eiserner Hand.
Nachdem seine Klage wegen Verfassungsbruchs nicht erfolgreich und somit der Rechtsweg ausgeschöpft war, fasste der junge Rechtsanwalt Fidel Castro, der für die Orthodoxe Partei kandidierte, unter Berufung auf das in der Verfassung verankerte Widerstandsrecht den Plan eines Angriffs auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba sowie die Kaserne „Carlos Manuel de Céspedes“ in Bayamo. Am 26. Juli 1953 versammelte Fidel Castro seine Mitstreiter um sich. 129 Männer und Frauen sollten die Moncada-Kaserne mit 810 schwer bewaffneten Soldaten stürmen. Das Ziel war zunächst, sich mit Waffen für den weiteren Kampf gegen das Regime des Diktators Batista zu versorgen.

Der Versuch scheiterte, machte Fidel Castro aber bekannt. 103 Angreifer und 16 Soldaten wurden getötet. Ein großer Teil der Überlebenden, unter ihnen Fidel und sein Bruder Raúl Castro, wurde mit 26 anderen Kämpfern wenig später festgenommen, teilweise, wie Castros Stellvertreter Abel Santamaría Cuadrado in Haft zu Tode gefoltert. Am 16. Oktober 1953 fand die Gerichtsverhandlung in Santiago de Cuba statt. In einem hochpolitischen Verfahren wurde für Castro erst die Todesstrafe verhängt, auf Drängen einiger katholischer Priester wurde diese Strafe, kurz vor seiner Hinrichtung, jedoch in eine fünfzehnjährige Haftstrafe auf der Isla de Pinos umgewandelt. In seiner Verteidigungsrede sprach Fidel seinen berühmt gewordenen Satz: „Die Geschichte wird mich freisprechen!“. Am 15. Mai 1955 kam Fidel Castro nach nur zwei Jahren Haft im Rahmen einer Generalamnestie frei.

Noch auf Kuba reorganisierten sich die Anhänger der revolutionären Bewegung um Fidel Castro bereits am 12. Juni 1955 als Bewegung des 26. Juli. Die Strategie war der bewaffnete Kampf durch kleine geheime Zellen im Untergrund, die über das ganze Land verstreut waren. Fidel Castro wurde aber nach seiner Haftentlassung aus Kuba ausgewiesen, worauf er zusammen mit seinem Bruder Raúl nach Mexiko ins Exil ging, wo er am 7. Juli 1955 ankam. Am 2. Dezember 1956 kehrten Fidel und Raúl Castro zusammen mit Che Guevara und weiteren 82 Revolutionären auf der Yacht Granma nach Kuba zurück.

Im ersten Gefecht nach der Landung wurde die Mehrzahl der Rebellen getötet oder festgenommen.
Unter den Überlebenden befanden sich sowohl Fidel und Raúl Castro als auch Che Guevara. Die überlebenden Kämpfer zogen sich zunächst in die damals unwegsame Gegend der Sierra Maestra zurück. Celia Sánchez und Frank País, der Befehlshaber der Zweiten Front, der Bewegung in den Städten, sorgten für den Nachschub an Waffen, Medikamenten und schickten auch neue Kämpfer zu den Rebellen in die Berge. Es folgte ein über zweijähriger Guerillakampf in den Bergen der Sierra Maestra, in dessen Verlauf die Rebellenarmee der Bewegung des 26. Juli unter Führung Fidel Castros immer mehr Kämpfer rekrutieren konnte und immer größere Erfolge gegen die Batista-Armee verbuchen konnte. Das Generalkommando der Rebellenarmee lag am Fuße des höchsten kubanischen Berges, dem Pico Turquino. Trotz unaufhörlicher Suche und anhaltenden Bombardements gelang es der Batista-Armee während des gesamten Guerillakampfes nicht, das Generalkommando zu lokalisieren und zu zerstören. Während Batista besonders der ausländischen Presse gegenüber immer wieder versicherte, es gäbe gar keine Guerilla-Armee, gelang es den Aufständischen durch teilweise recht phantasievolle Propagandaaktionen, ihre Existenz unter Beweis zu stellen.

Im Jahr 1958 begannen die Rebellen dann ihre Offensive. Sie rückten in zwei Abteilungen, so genannten columnas, vor. Die erste wurde von den Castro-Brüdern befehligt und bewegte sich in den Ostteil der Insel mit der zweitgrößten Stadt, Santiago de Cuba. Die zweite columna wurde von Che Guevara und Camilo Cienfuegos geführt und zog nach Westen, in Richtung der Hauptstadt Havanna. Die entscheidende Schlacht um Santa Clara wurde zur Jahreswende 1958/59 von dieser zweiten columna geschlagen und gewonnen. Am 1. Januar 1959 floh Batista in die Dominikanische Republik, am Tag darauf besetzten die Rebellen Havanna und Santiago. Am 8. Januar erreichte Fidel Castro Havanna und vollendete den Sieg der Revolution.

Fidel Castro am 1. Mai 2005 bei einer KundgebungFidel Castro am 1. Mai 2005 bei einer Kundgebung

Nach dem Sieg

Hunderten von Soldaten und Polizisten des Batista-Regimes wurde, wegen unter dem alten Regime begangener Verbrechen, der Prozess gemacht, die Anklagen lauteten unter anderem auf Mord und Folter. Die Mehrheit der wegen Mordes Verurteilten wurden hingerichtet, die übrigen zu langen Haftstrafen verurteilt.
Der politische Weg Kubas war lange unklar und auch unter den Revolutionsführern umstritten. In der Zeit unmittelbar nach dem Umsturz ist es auch zu standrechtlichen Erschießungen gekommen.

Bereits Anfang 1959, im Zuge der Landreform in Kuba und der Verstaatlichung von Vermögenswerten, meldeten die USA ihre Bedenken an und forderten eine prompte, angemessene und effektive Entschädigung. Kuba verstaatlichte schrittweise Landwirtschaft und Industrie und enteignete US-Vermögenswerte (in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar). Enttäuscht von der Revolution und begünstigt von einer großzügig gehandhabten Immigrationsregelung wanderten nach 1959 etwa 10 % der Bevölkerung aus, darunter die nahezu komplette kubanische Oberschicht. Mittlerweile bilden die Exilkubaner eine einflussreiche Gemeinde von etwa zwei Millionen Menschen in den USA, insbesondere in Florida. Beispielsweise bekämpft seitdem die in Kuba enteignete Rum-Dynastie Bacardi die Politik Castros. Im Februar 1960 nahm Kuba mit der Sowjetunion Handelsbeziehungen auf, als eine sowjetische Handelsdelegation in Havanna empfangen wurde. Damit wurde die Sowjetunion für Kuba zu einem wichtigen Zuckerabnehmer, Kreditgeber und Lieferant von Öl, dessen Preis unter demjenigen der amerikanischen Importeure lag. Als die amerikanischen Ölraffinerien in Kuba sich weigerten sowjetisches Öl zu raffinieren, wurden Ende Juni 1960 alle ausländischen Ölraffinerien in Kuba verstaatlicht.

Bereits im April 1960 autorisierte der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower die CIA Exilkubaner in den USA zu bewaffnen und militärisch auszubilden. Die USA stellten am 17. Mai 1960 ihre jährliche Wirtschaftshilfe ein und verhängten am 13. Oktober 1960 ein Handelsembargo. Weiter drückten die USA in den Folgejahren den Zuckerpreis auf den internationalen Märkten und unterstützten Sabotagen insbesondere gegen die kubanische Zuckerindustrie. Kuba schloss Ende 1960 unter der Ägide Che Guevaras Handelsverträge u.a. mit der VR China, der DDR, der CSSR und Vietnam ab.
Im Januar 1961 reduzierte Kuba sein Botschaftspersonal in Washington massiv und forderte die USA auf, den größten Teil seines diplomatischen Personals binnen 48 Stunden aus Kuba abzuziehen. Präsident Eisenhower brach darauf als seine letzte Amtshandlung die diplomatischen Beziehungen komplett ab. Am Tag darauf verhandelte der UNO-Sicherheitsrat auf Antrag Kubas über die „aggressive Außenpolitik“ der USA gegen die Insel. Am 15. April 1961 bombardierten die USA drei kubanische Luftwaffenstützpunkte mit drei in Nicaragua gestarteten B-26-Bombern. Am 16. April erklärte Castro „die Tatsache, dass unsere Revolution eine sozialistische Revolution ist“. Die USA antworteten am folgenden Tag: Am 17. April kurz nach Mitternacht landete die Brigade 2506, die von den USA und Exilkubanern finanzierte Militäreinheit aus rund 1.500 Soldaten, an der Schweinebucht im mittleren Süden der Insel. Doch Fidel Castro war auf diese Invasion vorbereitet und die revolutionären Streitkräfte wurden innerhalb weniger Stunden mobilisiert. Am 20. April gaben die Invasoren − auf Grund von Nahrungsmangel − auf. 104 der Invasoren waren gefallen, der Rest wurde gefangengenommen.
Diese Invasion in der Schweinebucht hatte die kubanische Revolution, die vorher noch auf wackeligen Beinen stand, gefestigt.
Fidel Castro führte von 1959 bis 2008 Kuba als Regierungschef.

siehe hierzu: Das Ende der Ära Castro

2 Kommentare

  1. Dr_Horst
    Schwätzte

    Viva la Revolucion! Aber ihr seid in eurer Bande doch auch alles kleine verkuppte Kommunisten, oder? 😉

  2. Hanibalbecter
    Sabbelte

    @Dr_Horst: nö ich zum Beispiel nich, ich bin aber sehr geschichtsinteressiert.

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