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Alter: 25. „Da fängt das Leben erst so richtig an, mien Jung!“, so wird’s gebrechlicher Stimme senil gepredigt. „Entspanne und genieße, denn du frecher Jungspund hast noch alle Zeit der Welt vor dir. Ja ja *hust, röchel, krepier*“ Pustekuchen! Denn Fakt ist: Bereits das Erreichen des augenscheinlich exorbitant jungen 25. Lebensjahres vernichtet uns statistisch gesehen ein knappes Drittel unserer gesamten, wertvollen Lebenszeit. Tatsächlich steckst du mit 25 in der vor Samen… ahem, Staub strotzenden Blüte deines kurzen Menschendaseins, hernach geht’s stetig gen Halbzeit und im Anschluss dem unausweichlichen Endzustand als tristen, fruchtbaren Humus unseres Blauen Planeten entgegen. Asche zu Asche, Staub zu bla dumdidum, kennste ja.

Wohl wahr, unser aller Leben ist kurz – und in 99,99 Prozent der Fälle dem künftigen Vergessen verschrieben. Du bist auch nur einer von bislang geschätzten 110.000.000.000 – 110 Milliarden – Menschen, welche jemals auf Erden wanderten, und wirst mit aller Wahrscheinlichkeit ebenso in der düster-nebligen Versenkung der bitteren Bedeutungslosigkeit verschwinden, wie die meisten anfangs hoffnungserfüllten Persönlichkeiten vor deiner Lebensspanne. Selbstredend bist du ein ganz besonderes Individuum, etwas noch nie da Gewesenes; und natürlich bist du deinen Mitmenschen enorm wichtig; ja ohne dich wäre die Welt nicht jene, welche Sie dieser Tage darstellt – wie dir deine milfige Mutti immer so schön einbläute. NOT! Historisch gesehen bist du ein Niemand, ein unbeschriebenes Blatt (ach was, nicht einmal ein Stück fauliges Laub), welches große Teile seines unbedeutenden Lebens unbewusst verträumt, versäumt und mitunter gar beflissen ignoriert. Wem du’s heute kannst besorgen kannst besorgen du’s auch morgen? Ach ne, da kannste ja nicht. Dann halt übermorgen? Oder … kommende Woche? Irgendwann demnächst, bald, später, im hohen Alter? Mitnichten, denn dann bist du mitunter schon ein von allerlei Geziefer zerfressenes Leichengefledder.

Bekanntlich verfliegen optimistisch abgeschätzte Zeiteinheiten mit zunehmendem Alter flinker. Anfangs vermag dich dies womöglich noch nicht näher zu tangieren, doch es wird der jüngste Morgen grauen, an welchem du im Morgengrauen mit morgendlichen Grauen bemerktest, dass schon viel zu viel Wasser Inn, Main, Po und Rhein hinunter flossen. Worauf du erpicht versuchtest, deiner verlorenen Zeit hinterher zu hetzen. Verausgabend investiertest du enorme Zeitressourcen in die verzweifelte Bemühung, verlorene Zeiten wieder wettzumachen. Du beträtest einen irrsinnigen Teufelskreis, drehtest dich Tag ein Tag aus um deine Wenigkeit herum – und landetest schlussendlich leblos bei selbigem Namensvetter; in den Staub!

Drum werde dir deiner kostbaren Lebenszeit bewusst. Lese, tippe und klicke im Folgenden Formulärchen wild umher, um zu schauen, wie hungrig der an deinen attraktiven Beinen nagende Zahn der Zeit wirklich ist; wie er dich mit gierigem Blicke zu verschlingen droht, derweil du noch ahnungslos, geradezu naiv in den Tag hineinlebst. Anhand deines Geschlechts und Geburtsjahrganges ermittelt es einerseits deine statistische Lebenserwartung in Deutschland (umgerechnet in Tage, Datenquelle weiter unten) – und andererseits alle bis zum heutigen Stichtag bereits verlebten Tage. Voilà, Vorhang auf für „Deine Tage sind gezählt„:

Deine Tage zählen:

Wann bist du geschlüpft?
Was hast du zwischen den Beinen?

Datenquelle: „ZAHLEN UND FAKTEN: Die soziale Situation in Deutschland“ von „Bundeszentrale für politische Bildung„. Titelbild: „time is running out“ von „l-eh„.

Permalink: http://🏳️‍🌈.ws/7232

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