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Da saß ich heute im ICE von Osnabrück nach München und bestaunte den Kölner Dom samt der Hohenzollernbrücke und ihrer Liebesschlösser. Liebesschlösser. Skurril. Das ist so ein aus Italien herübergeschwappter Brauch. Jedes verliebte oder gerade frisch verheiratete Paar bringt ein meist namentlich graviertes Schloss an der Kölner Brücke an und wirft den Schlüssel anschließend über die Brückenbrüstung in den Rhein rein. Muss ich mit meinem Prinzen auch noch nachholen – hoffentlich trifft der Schlüssel nicht das 12-teilige Porzellanservice eines vorbeituckernden Freizeitdampfers … Nun, des Weiteren begeisterten mich auf der Fahrt die imposante Frankfurter Skyline und die Stuttgarter Weinberge. Die Sonne schien durchgehend, die Musik war erstklassig und der Boardservice hervorragend. Ideal also, sich Gedanken über mein Ideal zu machen. Über meine Zukunft. Über Reichtum, Macht und Ehre.

Stichwort Unterschicht. Gehörst du ihr an? Dem immer größer werdenden, finanziell benachteiligten Teil unserer Gesellschaft? Nun, Deutschland ist mittlerweile ohne Frage eine Zweiklassengesellschaft. Es gibt einerseits die Privilegierten, die ein pompöses Leben in Reichtum und Überfluss genießen – und andererseits die „niedere“ Arbeiterschicht, die für ihr täglich Brot hart arbeiten muss. Dazwischen gibt es immer weniger, die Grauabstufungen sterben aus. Entweder schwarz oder weiß. Schatten- oder Sonnenseite des Lebens. Und genau hier beginnt ab sofort mein Wandel. Heraus aus dem ewigen Schatten, auf in die Sonnenseite.

Es muss doch machbar sein, das bisherige langweilige Leben hinter sich zu lassen und in neue, aufregende Sphären vorzudringen. Ja, es ist machbar, definitiv. Mit vielen, vielen kleinen Schritten sollte es mir möglich sein, meinem Traum von der Zugehörigkeit der Oberen zehn näher zu kommen. Ja, die Oberen zehn, denn wer will schon einer von doch viel zu vielen zehntausend sein? 😉 Erster Schritt: Noch diese Woche werde ich meine Bahncard 50 auf die erste Klasse upgraden lassen, denn der zuvorkommende ICE-Boardservice und die in der 1. Klasse wirklich angenehme Beinfreiheit haben es mir angetan. Vorbei die Zeiten zweitklassiger ICE-Fahrten durch Deutschland! Ach, und ein iPhone muss endlich her! Absolut! Es mag noch so besch…eiden sein, aber die verfügbaren Apps sind spitze! Es gibt sogar ein App für die Osnabrücker Maiwoche – grr, das hätte ich gebraucht! Also merke: iPhone 3GS kaufen. Oder gleich aufs iPhone 4G warten!

Dann Kleidung. Neckermann & Co gehen ja mal gar nicht mehr. Von Kik und Konsorten gar nicht erst zu reden. Nein, was her muss, ist Markenware. Mindestens Esprit-Niveau, lieber noch hochwertiger. Qualität und Marke statt Preis und Mainstream! Außerdem muss sich arbeits- und bildungstechnisch einiges ändern. Abitur? Wird nachgeholt, keine Frage. Studium? Kommt jetzt mit Sicherheit, am liebsten Game Designer oder Game Art & Animation, das wollte ich früher eh schon machen. An Ehrgeiz und Wille soll es nicht mangeln.

Des weiteren muss sich die jetzige Arbeits- und Wohnsituation grundlegend ändern. Oder soll ich am Ende gar auf dem bayerischen Land mein Leben verbringen? Umgeben von Bauerntramplern, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind? Von Inzest-Dörfern und erzkonservativen, urkatholischen und stur traditionsorientierten Personen? Uff! Von Geschäftskunden, die im Jahr 2010 das ihnen neuartige, sagenumwobene „Internetz“ der Erfindung des Rades gleichstellen und von Provinzkäffern, deren interessanteste Wochennachricht ein unerklärlicher Fahrraddiebstahl auf dem örtlichen Stadtplatz ist? Argh, ich könnte wahre Hasstiraden über das südostbayerische Land und dessen Bewohner von mir lassen. Landbevölkerung, tss – wie bitte, soll SO etwa mein Leben ausschauen? Haha, nein danke! Ein jüngeres Klientel muss her. München muss her. Ich brauche Menschenmassen um mich herum, das pulsierende Leben meiner Heimatstadt München. Oder gar Berlin, einer Stadt, die Ende letzten Jahres im Sturm mein Herz eroberte? Ja, warum nicht?!

Und zu guter Letzt wird es Zeit, einiger meiner seit Jahren in mir herumdümpelnden Ideen in bahre Münze umzuwandeln. Es gibt derer einige unheimlich Gute. Damit wird sich doch etwas anfangen lassen. Ja, Knete ist wichtig. Moneten. Kohle. Kies. Meine Geldkatze muss platzen vor Füllung. Geld regiert die Welt und bereitet einem einen angenehmen Weg nach oben. Auf dass sich zukünftige Telefonate wie folgt abspielen: „Ey, du nervst echt!“ – „Ich hab Geld.“ – „Wo können wir uns treffen?“ 😉

Alles frei nach meinem Lebensmotto:

Eure Armut kotzt mich an

Video putt? Dann mich bitte hier kurz informieren – danke!

So wird es ablaufen. Unter anderem. Nichts überstürzen, lautet das Motto des Tages, alles braucht seine Zeit. Aber der Anfang ist schnell getan, die Bahncard wird as soon as possible geordert. Demnächst gehe ich dann wieder auf Städtereise mit dem ICE – und wer mich treffen will, soll einfach winken. Ein neuer Krony. Ein Neuanfang. Ein Faszinosum. Ein Titan! Kronos – einfach göttergleich!

Öhm, mein Ego und meine Selbstverliebtheit grenzen an Narzissmus? Stimmt! Wie dir ja bereits bekannt sein sollte

19 Kommentare

  1. Safu
    Schilderte

    ähm ja leichter größenwahn ?? xD
    mach erstmal deine ausbildung zu ende ^^
    aber zu dem Teil mit Markenklamotten sag ich nich nein ^^
    und iphone lass sein
    du wirst dein geld noch brauchen ^^
    ich bin teuer xDD

    • Xcyberpet
      Tuschelte

      achje, ich dachte nur frauen sein teuer in einer beziehung 😉

      • Krony
        Besprach

        Da haste dich geirrt, Frauen sind um Längen billiger als Jungs 😀

        • Das ist jetzt aber mal Anti-Klischee und Prä-Vorurteil pur! Es kommt auf die Preise drauf an, wer billiger einkauft!

          • Krony
            Erörterte

            Auch, stimmt. Aber mein Motto lautet da: Für meinen Partner nur das Beste! Und für mich natürlich auch 😉 Würdest du doch auch so machen, nehme ich mal an?!

  2. Xcyberpet
    Referierte

    FRANKFURT!!! 😉 hehehehe, wiso nicht auch nach frankfurt ziehen? Hier gibts ne GameAcademy und ein paar Entwickler, z.B. Crytek die dein angehimmeltes Crysis herstellen 😛 das wär doch was?

    • Krony
      Tratschte

      Nope nichts gegen Frankfurt, aber ich brauch Millionen Leute um mich herum. Dann lieber nach Berlin zur dortigen Games Academy oder noch etwas warten, bis die dritte Filiale in München eröffnet wird. Wie auch immer, die Ausbildung an der privaten Akademie kostet mindestens 10.000 Euronen, welche zum Glück zum Großteil von Vater Staat gesponsort werden. Naja, immer noch günstiger als ein Freund 😀

      • Hey in München gibts auch ne Universität der Bundeswehr, wie siehts aus? 😉

  3. Hyperion
    Sprach

    seiet gegrüßt werter titanbruder

    ob Frauen oder Jungse preislich identisch hänget von der individuellen Persönlichkeit ab
    so dürftet ihr dieses nicht verallgesellschaftlichen

  4. Krony
    Schwätzte

    Wie kommst du jetzt auf die Bundeswehr in München? Wo ich doch von Game Design & Co sprach? ^^

    • Na wegen München, hab eben nach Alternativen gesucht. Und Bundeswehr ist ein einmaliges Erlebnis 😀

      • Krony
        Schwafelte

        Das könnte man nun auch zweideutig sehen. Ja, die Bundeswehr könnte im Afghanistan-Fall zum einmaligen Erlebnis werden. Aber natürlich nur, wenn du dich verpflichten lässt 😉

        • Auch der Grundwehrdienst lohnt sich.

          Was Afghanistan angeht, ich sehe das gar nicht so eng. Es ist ja nicht so, dass man als Himmelfahrtskommando dorthin fliegt. Und wie cool ist das in 50 Jahren mal seinen Enkeln zu erzählen, wie man in den großen vaterländischen äh ich meine im Krisen…dingsdabums, nennen wir es beim Namen: Krieg gezogen ist und gewonnen hat. Sofern man da als Sieger hervorgehen kann. Die schönen Call-of-Duty-2-Zitate die während des Ladens immer gezeigt wurden lassen diesen Schluss ja nicht zu.
          Allerdings haben sie mir auch gesagt, dass es keinen 2. Platz im Krieg gibt! Krieg ist blutige Politik hieß es.Doch letztendlich zählt nur das allseits beliebte Zitat: „Jedem das Seine“

        • Krony
          Artikulierte

          “… und mir das meiste!”, um dein Zitat zu Ende zu führen. Nun sicher, Afghanistan wird hierzulande – wie gewohnt – zu heiß gekocht. Typisch armes Deutschland eben, ein Land wie ein nervöses Nervenbündel. Andere europäische Staaten – und allen voran natürlich die USA – gehen ein entsprechend viel höheres Risiko ein, und das nicht nur, da sie Kriegsverursacher sind. Ob Krieg durch Frieden ein sinnvoller Entschluss ist, sei dahin gesagt. Dennoch weinen andere Staaten vermeidlichen Kriegsopfern nicht so krass nach wie es die Deutschen tun. Ein Krieg verursacht nun einmal Opfer – das war allen hier von Anfang an klar. Doch sobald dann wirklich etwas geschieht, geht ein Medienhype ohnegleichen durch Deutschland, allerorts wird debattiert und diskutiert, hinterfragt und kritisiert. Nörgler gibt es zu Hauf in diesem Land, und auf zugegebenermaßen tragische Zwischenfälle mit Todesfolge in Afghanistan warten diese wie blutdürstige Hyänen. Dann wird der als Hilfe gedachte Einsatz der Deutschen Bundeswehr schnell zum ausufernden, unkontrollierbaren und dämonischen Krieg verdammt. Schimpfen und Motzen können sie, die Deutschen, aber sachlich und konstruktiv über etwas nachdenken und auch die positiven Seiten aufdecken, das beherrschen sie nicht. Von Wegen “Land der Dichter und Denker”, eher “Land der Nörgler und Zyniker”. Dennoch, es stimmt: Jedem das Seine, und mir das meiste. Du musst es selber entscheiden, ob du dich verpflichten und anschließend ins Ausland versetzen lässt – rein finanziell wäre das ja keine schlechte Entscheidung!

  5. xXKronos schrieb am 24. Mai 2010 um 18:17:

    „Auch, stimmt. Aber mein Motto lautet da: Für meinen Partner nur das Beste! Und für mich natürlich auch 😉 Würdest du doch auch so machen, nehme ich mal an?!“

    Im Rahmen des Möglichen, im Rahmen des Möglichen. Aber ja du hast Recht, erst verspreche ich das blaue vom Himmel, dann muss ichs auch halten-.-

    • Krony
      Bemerkte

      Nun ja, Rahmen sind bekanntlich sehr dehnbar ^^ Wichtig ist einfach, dass beide Parteien von- und miteinander zufrieden sind. OMG, ich sprach hier von Parteien. Verzeiht meine geistige Umnachtung, ich meinte selbstverständlich Partner 😉

      • Manchmal kann dies auch ein Grund sein, weshalb man sich entfremdet. Korioserweise.

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