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Bislang gab es ein Tabu: Kein ernstzunehmender Entwickler produziert einen Ego-Shooter, in dem Spieler in der Solokampagne als deutscher Soldat antreten können. Das geschah nicht aufgrund offizieller Verbote, sondern weil die Rolle der Wehrmacht auch für viele Amerikaner zu eindeutig mit dem Bösen identifiziert ist, und weil die Produzenten negative Presseberichte und Angriffe von Politikern oder Jugendschützern fürchten.

Nun kündigt das amerikanische Entwicklerteam Tripwire Interactive an, dass Spieler in Red Orchestra 2 auch im Einzelspielermodus in die Rolle eines Wehrmachtsoldaten schlüpfen können. Das Programm trägt den Untertitel Heroes of Stalingrad. Red Orchestra 2 spielt ebenso wie Teil 1, der den Untertitel Ostfront 41 – 45 trägt, vor dem Hintergrund des Feldzugs von Nazi-Deutschland gegen Russland, in dessen Verlauf rund 16 Millionen Menschen ums Leben kamen und unzählige schlimmste Kriegsverbrechen begangen wurden.

Das Spiel will sich vor allem auf die Schlacht um Stalingrad in den Jahren 1942 und 1943 konzentrieren; auch eine Kampagne mit russischen Soldaten in der Hauptrolle ist geplant. Ebenso wie in Teil 1 will auch Heroes of Stalingrad großen Wert auf Realismus und historische Genauigkeit legen.

Red Orchestra 2 soll wie der Vorgänger umfangreiche Multiplayeroptionen enthalten. Das Programm basiert auf der Unreal Engine 3 und erscheint für PC; einen Veröffentlichungstermin nennt Tripwire noch nicht. Red Orchestra 1 hatte als Hobbyprojekt begonnen, dann den von Epic Games und Intel ausgeschriebenen „Win Something Unreal“-Preis gewonnen und eine Lizenz der Engine sowie weitere Unterstützung erhalten. Der Titel erschien Mitte 2006 in einer lokalisierten Version auch in Deutschland; die USK hatte eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erteilt.

Wie schon im Vorgänger haben die Entwickler versucht in Red Orchestra 2 ein möglichst realistisches Spielgefühl zu vermitteln. Dem Spieler steht beispielsweise kein Fadenkreuz zur Verfügung, die Positionen der Mitstreiter werden nicht angezeigt, der Charakter besitzt keine Gesundheitsanzeige, sondern wird bei einem Treffer getötet oder verwundet, was seine Bewegungsfreiheit einschränken kann. Auch das Anvisieren der Gegner erweist sich als schwierig. Weiterhin haben Panzer realistische Trefferzonen.

Ein Kommentar

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