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Erinnerst du dich noch wage an die nebulös zurückliegende Ära, als die Fernsehserien-Parodier-Parodiefernsehserie „Switch“ von Pro7 noch lustig war? Nein? Nun, ich auch nicht. Was wohl daran liegen mag, dass Switch wie die gesamte uns umgebende Fernsehlandschaft war und ist: Der Bodensatz des Niveaus, anspruchslos aufbereitet für den nach – gnadenlos formuliert – geistiger Erblindung strebenden, unterdurchschnittlichen asozialen Abschaum.

Nun befürchtete ich bereits, ich sei des munteren Wetterns gen deutschen Fernsehens müde. Doch ich unterlag eines mir selbst verordneten Irrglaubens. Nun denn, auf geht’s. Wir leben ja bekanntlich in einer inhaltlich grenzwertigen Fernsehnation. Auf Pro7 zum Beispiel vermittelt die von sich selbst als “Wissenssendung” betitelte Serie “Galileo” regelmäßig geistigen Bullshit letzter Güte, frei nach dem Motto: Hirn aus beim Gucken, sonst schmerzt’s. Unser aller geliebtes Harz 4-Berieselungs-RTL wiederum demonstrierte mit dem Bachelor jüngst eindrucksvoll, dass im Jahre 2012 der größte Feind der Gleichberechtigung die dort teilnehmenden Frauen an sich darstellten. Auf Kabel 1 hingegen wird seit Urzeiten tagtäglich der so was von überhaupt nicht eindrucksvolle und nicht einmal mehr als belanglos zu bezeichnende Alltag grenzdebiler, geradezu ausgestoßen anmutender “Gesetzeshüter” dokumentiert. Derweil die ARD die nachlassende geistige Leistung älterer Semester gekonnt mit volkstümlichen Schmonzetten übelster Sorte weiter vernebelt. Das ZDF jedoch kontert Woche ein Woche aus mit typischen, brutalst auf langweilig deutsch getrimmten, austauschbaren Verfilmungen “dramatischer” Ermittlungseinsätze und vorhersehbaren Groschenromanen. Und zu später Stund‘ folgen schließlich auf einigen privaten Fernsehsendern hirntötende Quizshows, welche Nacht für Nacht massig Gewinne an sich selbst ausschütten. TV-Wahnsinn im Endstadium.

„Walulis sieht fern“, eine bis dato recht unbekannte Comedysendung von TELE5, macht sich diese geradezu elenden Eigenarten heutigen Fernsehens zu Nutzen und parodiert sie im Gegensatz zum eingangs erwähnten Schnarcher „Switch“ auf wahrlich gekonnte Art und Weise. Die der Sendung zugrunde liegende Kunst liegt nicht in blanker, ebenso banaler Imitation, sondern im perfiden Vorhalten eines fiesen Spiegels gen Ursprungssendung und selbstredend Zuschauer. Die Parodien von „Walulis sieht fern“ unterscheiden sich daher zu großen Teilen kaum vom Parodierten – was aber an Letzteren liegt.

Ich kann ob dieser Comedysendung ausnahmsweise getrost eine ehrliche Empfehlung aussprechen. Gucken lohnert sich und sorgt erneut für die schmerzhafte Erkenntnis, mit welch schwachsinnigem Gedöns du dich doch Tag ein Tag aus so berieseln lässt. Auf der Website von „Walulis sieht fern“ findest du weitere Informationen und ganze Sendungen zum Angucken – ebenso natürlich auf der offiziellen YouTube-Seite. Und nachfolgend nun drei ausgewählte Fernsehparodien zur Einstimmung 🙂

Der typische Tatort in 123 Sekunden

Ein typische Tatort mit stereotypen Ermittlern, den üblichen Verdächtigen und einem verkrampft gesellschaftskritischen Thema.

Video putt? Dann mich bitte hier kurz informieren – danke!

WissenTV – Der verstopfte Abfluss

So ist ein typischer Beitrag in einem Infotainment-Magazin aufgebaut.

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Die typische Call-In Sendung

So funktionieren Telefon-Gewinnspiele im Fernsehen. Diie Tricks und Tücken dieser Anrufspiele.

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