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Spontanes Gedankenejakulat: Gott. Hunderte Religionen erdachten über zehntausende Jahre hinweg gefühlte Myriaden übermenschlicher IMBA-Wesen. Schöpfer. Herren. Allmächtige Götter. Auch in Deutschland ist dieser mit seinen beiden Söhnen Jesus und Mohammed auf einer lila Wolke weilende, barbärtige alte Mann namens „Gott“ in Form des weltlichen Christentums mehr oder minder allgegenwärtig. In jedem kleinen Dorf steht eine Kirche, an zahllosen ländlichen Kreuzungen eine Kapelle. In Schulen und öffentlichen Einrichtungen zieren bestialisch zu Tode gemarterte, akkurat an Holz genagelte Männer mahnend nackte Wände; ja sogar unsere weltliche Politik wird von Parteien regiert, welche sich namentlich dem hochbetagten Christentum verschreiben. Soviel zur westlichen Vorzeigedemokratie Deutschland – unser Staat ähnelt mehr einem islamistischen Gottesstaat denn einer lupenreinen Demokratie, nur eben mit der christlichen Auslegung des hiesigen Gottesglaubens.

Wohl wahr, wir leben in einem weltlich scheinbar so aufgeklärten Lande, in welchem der schulische Religionsunterricht nach wie vor als Pflichtfach verordnet wird – in besonders konservativen Bundesländern sogar noch bis in die Berufsschulen. Christdemokratische Werte wie Toleranz und liberale Menschenrechte, die metaphysische Freiheit des Einzelnen sowie die besondere Rolle der Frau in Ehe und Familie wurden über Jahrhunderte hinweg blutig GEGEN die hier vorherrschenden kirchlichen Strukturen erkämpft. Diese uns so schein-heiligen Werte sind keine Erfindung, kein Segen der Kirchen – werden uns aber nach wie vor als solche verkauft. Was jedoch wenig verwundert, hatte doch unter anderem der archaische Verein der katholischen Kirche über 2.000 Jahre hinweg massig Zeit, seine Geschichten und Ansichten mit Schwertern, Peitschen und Scheiterhaufen zu verbreiten und in die Gewissen der Menschen einzuprügeln. Die irdischen Vertreter des hierzulande angebeteten Gottes töteten im Laufe der Geschichte mehr Menschen, als die im Rahmen der allgemeinen Terrorhysterie so theatralisch gefürchteten Splittergruppen des an und für sich edlen Islams es jemals zu schaffen vermögen.

Trotz aller gepredigter Toleranz gegenüber Religionen und Weltanschauungen bekomme ich regelmäßig das Kotzen ob dieses in unserem Land verwurzelten, verlogenen Christen-Packs. Welches sich vordergründlich zutiefst religiös, hinterrücks aber ebenso „sündig“ wie alle anderen Menschen auf diesem Blauen Planeten verhält. Einem aufmerksamen Beobachter mag nicht entgehen, dass Gläubige aus dem zum Teil im höchsten Grad ergebenen, erzkonservativen Bayernland ihre eigenen hohlen Lehren und plumpen Ideologien von Zeit zu Zeit über Bord werfen oder gegebenenfalls kreativ an die jeweilige Situation anpassen – und damit der eigenen Religion sowie dem eigenen Gott öffentlich den Mittelfinger zeigen. Glaube ja, aber wenn es um eigene Vorteile geht, sind Ausnahmen jederzeit zulässig. Wieso auch ein schlechtes Gewissen entwickeln, schließlich wird einmal im Jahr reumütig in die Kirche gekrochen, um dem dortigen, geistig vor Jahrhunderten erstarrten sprachlichen Redeschwall zu folgen und anschließend so zu tun, als sei alles wieder in Butter. Aber nichts ist in Ordnung in dieser hiesigen Religionsgemeinschaft, welche übrigens im Rahmen der Debatte ob der zurückliegenden Missbrauchsfälle durchaus auch als „Kinderficker-Sekte“ betitelt werden darf. Siehe www.lawblog.de. Aber gut, diese Vorfälle waren selbstredend vereinzelte Ausnahmen. Kann ja mal vorkommen. Im Namen Gottes. Amen.

Götter – und insbesondere der selbstredend einzige wahre Gott des hier nun einmal vorherrschenden christlichen Glaubens – und all das übersinnliche Gedöns um ihre Wenigkeiten herum stellen zutiefst perfide Erfindungen der Menschheit dar. Sie sind gleichzustellen mit der Atombombe. Oder dem Weihnachtsmann. Der Zahnfee. Mit Märchen und Erzählungen. Religionen und fanatischer Götterglaube verdarben über Jahrtausende hinweg die Spezies Mensch und sorgten für mehr Blut und Leid, für Religionskriege, Opferungen, Verfolgungen und Anschläge, als alle anderen gewalttätigen Konflikte der Menschheit jemals verursachten. Selbst die Weltkriege verblassen angesichts der Opferzahlen jahrhundertelanger Religionsscharmützel. Und dies bezieht sich bei Weitem nicht nur auf das Christentum, nahezu jeder weltlichen Religion klebt reichlich Blut an den Fingern. Nach der Erfindung der materialisierten Gier, des Geldes und seiner Zinsen, stellen Religionen und Gottheiten meines Erachtens daher die größte Gefahr für den Fortbestand unserer Spezies dar.

Ein Leben OHNE Gott hingegen bietet, primitiv gepredigt, ein angstfreies Leben. Ein Leben ohne Groll auf Andersdenkende, ohne dem Zwang, andere Menschen zur „wahren Bekenntnis“ bekehren zu müssen. Ohne abstruse Regeln aus über Äonen hinweg märchenhaft ersponnenen und anfangs mündlich weitergegebenen Büchern. Es existiert, so denke und fühle ich, kein strafender Gott. Ebenso wenig ein Liebender. Da ist nichts. Leere statt Lehre. Logik statt Spiritualität. Naturgesetze statt Wunder. Ergo genieße ich mein dem bloßen Zufall verdanktes Menschenleben und LEBE mein Leben kraft meines eigenen Willens.

Es ist an der Zeit, in diesem Land sowohl Kirchensteuer als auch staatliche Zuschüsse zu Kirchen abzuschaffen. Politisch wie gesellschaftlich im 21. Jahrhundert anzukommen. Privatisiert die Religionen, genauso wie jedes andere strittige Hobby. Wer an einen Gott glauben will, soll die Zugehörigkeit zum entsprechenden Verein auch gefälligst selbst berappen – und von öffentlichen Institutionen sowie ernst gemeinter Geopolitik fernhalten. Weiter vertraue ich darauf, dass jeder Mensch die Freiheit und das Recht besitzt, sich selbst für das Ebenbild eines „Schöpfers“ dieses Universums zu halten. Besser sich selbst, als ein erdachtes Phantom. Merke: Du bist ein Gott! Und doch glaube sogar ich. Mehr oder minder. Denn meine ganz persönliche „Religion“, wenn sie denn so betitelt werden will, beschränkt sich auf die Verehrung der Wissenschaft, welche an einem einzigen Tag mehr Beweise ihrer Wahrheit sammelt, als alle traditionellen Glaubensrichtungen der Welt während ihrer gesamten Existenz vermochten. Ich bin Realist. Atheist. Krony. Ach, und natürlich ebenso göttlich wie du.

Eine kleine Überlegung noch am Rande: Per Definition sind Atheisten von der Nichtexistenz jeglichen göttlichen Wesens überzeugt. Ergo ist auch der Papst Atheist. Schließlich verleugnet er die Existenz von 99,9% aller jemals erdachten und von Millionen, ach was, Milliarden Menschen zutiefst verehrten Göttern. Einziger Unterschied zwischen ihm und mir: Ich missbillige 100% aller Götter, abgesehen von meiner eigenen kleinen Wenigkeit. Howgh, ich habe gecreampied. Coitus interruptus maximalus 🙂

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