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Letztlich kommt es wohl doch auf die Größe an: Seit Dubai im Jahre 2010 den mit 828 Metern Höhe bis dato himmelstürmendsten Wolkenkratzer Burj Khalifa einweihte, vermochten aufmerksame Besucher besagten Emirates massig knurrende „Arrrs!“ und grollende „Grrrs!“ aus dem Nachbarland Saudi-Arabien zu vernehmen. Ließ doch jenes Gebäude Saudi-Arabiens Scheichs auf orientalischer Bühne quasi mit heruntergezogenem Kaftan dastehen. Zwar eröffneten in der Pilgerstadt Mekka 2012 die 601 Meter hohen Abraj Al Bait Towers, doch überragt das Burj Khalifa jene Gebäude nach wie vor um stolze 227 Meter. Ein Unding, wie Saudi-Arabiens Scheichs wohl dachten. Etwas Eindrucksvolleres musste also her! Ein Symbol emporstrebender Macht, physisch gewordener Göttlichkeit, phallischer Größe. Die Idee des Kingdom Tower im Zentrum der Kingdom City ward geboren.

Kingdom Tower, Jeddah, Saudi Arabia

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Elegant. Futuristisch. Windschnittig. Herausfordern. Selbstbewusst. Und vor allem groß. Ursprünglich sollte der von den Architekten Adrian Smith und Gordon Gill – welche bereits das Burj Khalifa entwarfen – erdachte Kingdom Tower eine Gesamthöhe von 1,6 Kilometern erreichen und damit alle jemals von Menschenhand erschaffenen Konstrukte weit überragen – aufgrund der damit einhergehenden Kosten wurde die Größe des Wolkenkratzers aber letztlich auf lediglich 1.001 Metern festgesetzt. Das sind immer noch stattliche 173 Meter mehr als beim Burj Khalifa. Nun planten größenwahnsinnige betuchte Bauherren im Laufe der Geschichte bereits des Öfteren gigantomanisch anmutende Projekte, welche es letztlich aufgrund finanzieller Ursachen nur selten über den visionären Status hinausschuften. Nicht so beim Kingdom Tower. Im August 2011 gab die Kingdom Holding Company, Firma der saudischen Königsfamilie, dem gewagten Projekt offiziell grünes Licht. Und seit Februar dieses Jahres teraformen nun die Bagger der Saudi Binladin Group – des auszuführenden Bauunternehmens – lärmend umher.

Der Kingdom Tower wird in naher Zukunft das unübersehbare Zentrum der futuristisch anmutenden Kingdom City darstellen, welche aktuell für geschätzte 20 Milliarden US-Dollar bei Dschidda am Roten Meer Nähe Mekka aus dem Wüstensand gestampft wird. Die für das Hochhaus veranschlagen 1,23 Milliarden Dollar muten im Vergleich dazu wie Peanuts an. Auf zehn Jahre werden die Bauarbeiten am Kingdom Tower geschätzt; nach Fertigstellung soll er obligatorische Hotels der Luxusklasse, Shoppingmalls, teure Wohnungen und reichlich Büroflächen bieten; das Übliche eben.

Nun denn – wir dürfen gespannt sein, in welcher Form sich die nun wiederum aus Katar und Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten zahlreich knurrenden „Arrrs!“ und grollenden „Grrrs!“ manifestieren werden. Es bleibt spannend.

Quelle: Adrian Smith + Gordon Gill Architecture | www.smithgill.com sowie Kingdom Tower | www.wikipedia.org. Foto: adrian smith + gordon gill: kingdom tower | www.designboom.com.

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