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Und Gott sprach: „Es werde Licht!“ Und es ward Licht …

… Oh, falsche Baustelle. Nochmal:

Und Krony sprach: „ARGH!“ Und es lag im Argen …

Angesichts meines vergangenen als auch gegenwärtigen Liebeslebens – jawoll, Liebes-, nicht Sexlebens – drängt sich mir der schauderhafte Verdacht eines toten roten Fadens quer durch dessen bunte Eingeweide auf. Rückblick: Meinen ersten Exfreund lernte ich im Anschluss meines ebenfalls ersten Suizidversuchs – unter anderem hervorgerufen durch dauerhafte Unterforderungen bezüglich Hochbegabung und verächtlich übergangenen autistischen Zügen – am 06.04.2010 via Skype & ICQ kennen; wir stritten, plauderten, flirteten – und kamen schlussendlich. Kurz, nachdem wir offiziell mit beiderseitigem Einvernehmen, ach was, Verlangen, ein gar erquickendes Pärchenbündnis eingingen. Parallel intensivierte sich in dieser meiner Zeit der ideellen Wiedergeburt der Kontakt zu einem Freund aus der Nähe Frankfurts, welcher mir schon damals bekannt für seine Depressionen ward, aber ungleich liebenswert und aufgrund meiner vorangegangenen Tat von weitherzigen Sorgen erfüllt.

Eine Epoche beflügelter Ereignisse später folgte meinerseits die Loslösung von meinem ersten Ex; stellt die erste große Liebe doch bekanntermaßen das äußerst vergängliche Werk der Jugend dar. Doch der zweite Freund stand bereits freudig erregt in den Startlöchern, erpicht darauf, den vorgewärmten, kuschlig-flauschigen Platz an meiner Seite einzunehmen. Depressiv, hochbegabt und ungemein betörend. Richtiggehend knuddelbedürftig. Lange hielt auch diese zweite Beziehung meinem omnipotenten Wesen nicht stand; sie stob Funken, zerbrach und verging in Donner und Doria. Doch die eigentliche Aufkündigung unserer Bande verlief Krony sei dank bar jeglichen Dramas, geradezu freundschaftlich – und wenn Liebe in Freundschaft übergeht, kann sie nicht sehr groß gewesen sein.

Eine neue Ära brach an: Der vorher erwähnte Freund aus Frankfurts Landen verkuppelte mich eines Abends unwillkürlich via Skype mit meinem aus heutiger Perspektive als dritten Exfreund zu bezeichnenden Knuddelwesen aus derselben Region. Als ich zum Dank – und um meiner neue Liebe auch körperlich nahe sein zu dürfen – bei ihm zugegen war, beging dieser Freund ob seiner grassierenden Depression knallhart Suizid via Feuertod; was den eigentlichen, beklemmenden Anfang meiner dritten großen Beziehung darstellte. Es folgten berufliche Umbrüche sowie Zusammenzug mit meinem Partner. Zwei Jahre später, im frischen Märzen des Jahres 2014, ging zu meinem Leidwesen auch jene innige und bis dato bedeutungsvollste Liebhudelei meines jungen Lebens zu Bruche, da ich selber wiederholt in den gierigen Griffeln einer ausgewachsenen Depression hing. Depression erzeugt Einsamkeit, Einsamkeit resultiert in noch mehr Depression; ein Teufelskreis ward geboren. Die angrenzende Trauerphase vertrieb ich mit folgenschwerem, gedankenverlorenen Sex mit meiner besten Freundin; auch sie lernte ich einst aufgrund ihrer depressiven Vergangenheit und eines von ihr durchgeführten Suizidversuchs kennen und schätzen. Nun, und um dem Rückblick ein adäquates Ende darzubieten: Kurz darauf erlag ich selbst eines neuerlichen Suizidversuchs und ließ mich zum Selbstschutz in die Klapse einweisen. Der Rest ist Geschichte [Siehe auch].

Status quo besagte nun, dass ich die sprichwörtliche Schnauze voll hatte ob meines bevorzugten Beziehungs-Gedöns. Genug der Depressionen. Genug der schwierigen Menschen. Genug der wesenhaften Herausforderungen und immerwährenden Kämpfe hinsichtlich Gefühlen und Emotionen. Meinereiner sehnte sich gen zwischenmenschlicher Konstanten …

… und verknallte sich in jüngster Zeit erneut vielfach in dieselbe Kategorie Mensch; aus anfänglichen Worten wurden hohle Phrasen. Dieser Tage offenbaren sich mir mehr denn je spannende, gar jungfräulich anmutenden Optionen hinsichtlich künftiger Partnerwahl. Zu meinem Bedauern Erstaunen korrespondieren jene potenziellen Gefährten jedoch abermals durch die Reihe mit depressiven, hochbegabten, teilautistisch veranlagten oder anderweitig gepolten Personen. Frei nach dem universellen Parameter: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Es tröge gar der klärende Schein, ich ließe mich ausschließlich auf Menschen mit mehr oder minder undefinierbarem Wesen ein. Personen bar konkreter Abgrenzungen und Strukturen; undurchsichtig, verworren und vom Leben gekennzeichnet. Nur dieser Typ Mensch vermag es, unter all denjenigen, mit welchen ich Tag ein Tag aus tweete, skype, chatte sowie von Angesicht zu Angesicht kommuniziere und interagiere, ehrliches Interesse meinerseits zu wecken. Faszination in Anbetracht der jeweiligen Person; deren Wesen, Denken und Handeln. Kindliche Neugierde, einen kecken Spieltrieb – und vom Herzen stammende Gefühle; ja pure Emotionen. Nicht zu verwechseln mit grundsätzlicher Sympathie; denn diese empfinde ich gegenüber nahezu allen Mitmenschen. Mehr noch; schon meine eigene Mutter mahnte wiederholt, ich besäße die verantwortungsvolle Gabe, mein Umfeld zu begeistern und dieses samt und sonders um meine Finger zu wickeln.

Nur ich passe nicht in dieses Schema, lasse mich selber lediglich in seltenen Ausnahmefällen wickeln. Und so schreite ich dieser Tage erneut geschnürten Bündels und liebliche Melodien auf meinen Lippen balancierend gen etwaigen Freund, welcher just im Moment in den Klauen einer finsteren Depression gefangen um den tieferen Sinn seines eigenen Lebens ringt – und alles andere als solide Größen hinsichtlich persönlichen Daseins und näherer Umwelt darzubieten hat. Weil mich auch dieser Junge von Beginn an fesselte, in seinen Bann zog, bezauberte – und mein vollumfassendes Interesse weckte. Wir denken und handeln auf ein und derselben Wellenlänge, denn keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.

Ach roter Faden, ick hör dir trapsen. Same procedure as every year, Krony.

4 Kommentare

  1. Kevin
    Verfasste

    Ich mag deinen Blog 😮
    Werde mich hier noch mal Ein wenig mehr umschauen. Ist definitiv spannender als „Mein neuer Mascara“ und „Unboxing dm-Beautybox“. Bin froh, mal wieder einen Blog gefunden zu haben, der mir gefällt 🙂

    Liebe Grüße

    • Krony
      Flüsterte

      Moin Kev,

      ach verdammt, einer meiner nächsten Beiträge wäre ein Beauty-Gedöns-Haul geworden. GRMBL! Dann halt nicht…

      Stalkende Grüße, Krony

  2. v3g0
    Formulierte

    Es machte bei diesem Text eben Reihenweise „klick“ bei mir, da musste ich einfach was hinterlassen 😀 ich kann von fast allem dort angesprochenen Dingen auch so manch leidige Arie singen x.X ich drück dir die Daumen das der nächste Berg zum Hochplateau wird und nicht gleich der nächste Fjord hinter der Bergspitze lauert…
    Btw: nettes feature in der Kommentarbox, diese automatische Silbentrennung 🙂
    MfG aus Hamburch ^^

    • Krony
      Quasselte

      Moin Moin, v3g0,

      danke für die Blumen. Bei meinem momentan erklommenen Berg scheint es sich in der Tat endlich um ein Plateau ungeahnter Ausmaße zu handeln; das lange Warten macht sich endlich bezahlt. Freude schöner Götterfunken 🙂

      Viele Grüße, Krony

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