%

Eigentlich rief ich Google Maps neulich einzig aus dem inneren Impuls heraus auf, meine perfide Urlaubsplanung für 2011 bei mir selbst abzusegnen. Sie sieht unter anderem vor, im Juli nächsten Jahres ein, vielleicht auch zwei Wochen im nagelneuen Armanihotel im Burdsch Chalifa abzuhängen. Du weißt schon, Burdsch Chalifa, das mit 830 Metern derzeit höchste Gebäude der Erde. Erstaunlich günstig, diese Kaschemme, ein fünffaches Hoch auf die letzte Immobilienkrise!

Infolgedessen entdeckte ich mit Freuden, dass das googleimperialistische Kartenmaterial aktualisiert wurde. Was lag also näher, als die fernere Umgebung meines Hotels auszukundschaften? Per Zufall scrollte ich im gleichen Zuge weiter nach Abu Dhabi, dem reichen Nachbaremirat Dubais. Spätestens seit dem Großen Preis von Abu Dhabi 2010 und dessen glanzvollen Sieger, Sebastian Vettel, sollte dieser Bundesstaat der Vereinigten Arabischen Emirate jedermann ein Begriff sein.

Eine Insel mit fünf Lettern …

Doch halt, was war das? Direkt neben Abu Dhabis Hauptstadt Abu Dhabi auf einer in ihrem Verhältnis doch recht großen Sanddüne Sandinsel grinsten mir kokett serifenfreie Druckbuchstaben entgegen. Scheinbar reicht es heutzutage nicht mehr, sein Claim mittels einer Fahne oder gar eines schnöden Schildes abzustecken, nein – wer derzeit wirklich etwas auf sich zählt, lässt seinen Namen in die Landschaft graben. Gerne auch in einer Größe von 1,7 auf 0,5 Kilometern. Denn auf eben jener Insel steht in großen Lettern: „Hamad„. Aha. Genau! Ich dachte mir: Warum nicht gleich „Blubb“ oder „Rolf-Hans„?! Aber nein, die Buchstaben besitzen sogar eine tiefere Bedeutung als bloße Bestätigung ihrer eigenen Existenz.

Video putt? Dann mich bitte hier kurz informieren – danke!

Scheich Hamad Bin Hamdan Al-Nayhan

Um es kurz zu machen – und weil ich gerade keinen Bock aufs Schreiben habe: Scheich Hamad Bin Hamdan Al-Nayhan, der alleinige Besitzer dieses schmucken, vom Wasser umgebenen Sandkastens, ist seines Zeichens ein ranghohes Familienmitglied der Abu Dhabischen Regentenfamilie und des Königshauses der Vereinigten Arabischen Emirate. Und reich. Sehr reich. Und ein närrischer Autonarr. Er entwarf mehrere Fahrzeuge, baute das größte Auto der Welt, besitzt eine der größten Automobilsammlungen der Erde samt Pyramide zur Aufbewahrung eben jener Sammlung und will zukünftig groß in die Automobilproduktion einsteigen. UND er grub eben – scheinbar aus Langeweile – seinen Namen in seine ansonsten nahezu leere Insel. Respektive ließ graben. Und warum? Ganz einfach: Weil er’s kann! Was bleibt, ist resignierende Ratlosigkeit und die angebrachte Frage: War es das etwa schon?