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Nach der Mozilla Foundation vor drei Wochen hat sich nun auch der Internet-Gigant Google an dem europäischen Missbrauchsverfahren gegen Microsoft beteiligt. Die EU-Kommission wirft der Microsoft Corporation vor, durch die Bündelung des Betriebssystems Windows mit dem eigenen Browser Internet Explorer den fairen Wettbewerb auf dem umkämpften Browser-Markt zu behindern und hatte daher im Januar diesen Jahres ein wiederholtes Missbrauchsverfahren gegen den US-Konzern eingeleitet. Anstoß für das jetzige Verfahren gab im vergangenen Dezember der norwegische Softwarehersteller Opera.

Google selbst ist der Meinung, dass auf dem weltweiten Browser-Markt weitgehend noch kein Wettbewerb herrsche. Der Internet-Gigant und Suchmaschinenriese, der selbst eine einmalige marktbeherrschende Stellung einnimmt, sieht in der Verknüpfung von Windows und des Internet Explorers einen unfairen Wettbewerbsvorteil für Microsoft. Das gehe letztendlich zu Lasten der Innovation und der Nutzer. Als wichtigstes Werkzeug seien Browser aber entscheidend für Innovationen im exorbitant wachsenden Netz. Google, selbst erst vor wenigen Monaten mit dem Hauseigenen Browser Google Chrome auf diesem Markt aktiv geworden, glaubt konstruktiv zur Debatte beitragen zu können.

Microsoft hat nun noch bis Mitte März die Möglichkeit, zur Kommissions-Beschwerde Stellung zu nehmen und gegebenenfalls mit einer entsprechenden Reaktion das Verfahren abzuwenden. Ansonsten wird dann das EU-Verfahren eröffnet …

Meine Meinung

Ich habe die Verfahren gegen die Microsoft Corporation in den 90er Jahren für sinnvoll empfunden, mittlerweile sehe ich das allerdings etwas anders. Die Möglichkeit, das Internet zu benutzen, ist ein – oder wenn nicht sogar DER – integrale Bestandteil eines Desktop-Computers geworden. Soll da nicht auch ein Betriebssystem die grundlegende Möglichkeit bieten, eben dieses zu nutzen?

Den Internet Explorer komplett zu entfernen geht kaum, da die Browserengine von unzähligen anderen Programmen eingesetzt wird, wie zum Beispiel Microsoft Outlook, diversen andere freien eMail-Clients, Development-Tools, Programmen wie Secunia PSI, DVD-Autostartprogrammen und vielen weitern. Und ohne Zugangsmöglichkeit zum Internet kann man sich auch keinen Mozilla Firefox, Opera, Apple Safari oder Google Chrome herunterladen und installieren.

Wie soll denn Microsoft auf die Initiative reagieren? Einen Downloader für den Lieblings-Browser in die Systemsteuerung integrieren? Oder einen Einweg-Browser entwickeln, der nur dazu benutzt werden kann, einen Browser seiner Wahl herunterzuladen?

Davon abgesehen: Apple bündelt seine Software auch, diverse Linux-Distributionen ebenfalls. Natürlich, die haben keine 90% Marktanteil. Und wann kommen Online-Plattformen wie GMX und Hotmail und klagen gegen Google, da der Suchmaschinenriese auch eine kostenlose Webmail-Distribution anbietet?

Und wie lautet deine eigene Meinung zum EU-Verfahren gegen Microsoft? Diskutiere mit!

Ein Kommentar

  1. Dennis
    Schilderte

    Ich finde auch, das Microsoft genug tut und den Leuten eigentlich auch genug Freiraum lässt, seinen eigenen Browser zu benutzen.
    Es muss am Anfang eben ein Browser da sein, um andere runterzuladen, und da finde ich ist Explorer für Microsoft die einzige Wahl.
    Jedoch gibts bestimmt auch andere Gründe, die die Anklage gegen Microsoft zumindest teilweise gerechtfertigt.

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