👀

Wie möglicherweise bereits mehrmals am Rande erwähnt, ist das derzeitige Web meiner Meinung nach zu lieb – es ähnelt frappierend einem – Achtung, mieser Wortwitz – Internet(t). Falls du dich also im Web präsentierst, dann vermutlich auch als brave, perfekte Persönlichkeit. Denn du bist toll. Und dir gefällt alles. Deine Fotos sind schön, dein Leben aufregend, deine Freunde zahlreich und dein Wesen von Grund auf lieb. Vermutlich zählst du sogar in den Profilen deiner sozialen Netzwerke und womöglich auf deiner privaten Website diverses Zeugs auf, das du selber magst. Dinge, die du liebst. Und verehrst. Eben nur Gutes.

Musikrichtungen, Stars, Hobbys, Automarken, Klamotten, Kinofilme, Zitate – all dies gefällt dir. Es ist IN, sich von der blumigsten, schönsten, ja angenehm positivsten Seite zu zeigen. Hell, freundlich und vollendet. Gaga. Und selbstredend wird dieses schwülstige Repertoire geliebter Objekte auch um eine obligatorische, detaillierte Auflistung leckerer Lieblingsspeisen ergänzt. Ergo dachte ich mir: „Hey Krony, das könntest du doch eigentlich auch mal so handhaben – und beispielsweise hier auf Krony wohlschmeckende Lobpreisungen über von mir ach so innig geliebte und schnell verschlungene Keksii, Zimteis, Sushi, Schokolade, Lasagne, Sperma, Pizzas, Soufflés oder Caesar Salads zum Besten geben.“

Doch ich folge lieber dem dumpfen Mainstream, indem ich mich gegen Selbigen stemme. Kämpfe chancenlos gegen das liebe Web an, gestalte es minimal unangenehmer. Mithilfe grundlos aufgezählter Fressalien, die ich eben mal so was von GAR NICHT mag. Die mir NICHT gefallen. Die meines Erachtens MIES sind. Die mich zum KOTZEN bringen. Ekliges Zeugs, mit dem man mich jagen könnte. Aufgrund dessen mag auch dieser komplette Artikel sowohl inhaltlich als auch geistig alles andere denn sinnvoll, formvollendet oder gar lehrreich sein. PERFEKT 🙂

Liste des Grauens

Also, göbelhaftes Essen. Als da wären zum Beispiel Essiggurken. BAH! Schrumpelig-warzige, dunkelgrüne Gürkchen; aufgedunsen treibend in einer perfiden Mixtur aus ekelerregendem Essig und diversen Gewürzen. Der sich oftmals klammheimlich versteckende Grauen jedes Brötchens, jedes Cheeseburgers und jedes Salates. Auf der Würgeskala nur noch durch puren Essiggurkengenuss zu toppen. Brrr!

Butter. Käsig-weißes Streichfett mit 740 Kilokalorien per 100 Gramm. Glibberig-weich auf Stullen geschmiert, vermag es den Geschmack jeden darüber liegenden Belages ins Abscheuliche zu kehren. Aufgrund der für mich in minimalen Mengen bereits mies schmeckenden Eigenschaft auch als Bratfett äußerst ungeeignet. Pfui Teufel!

Ketchup, Senf und Mayonnaise. Grottige Verleumdung delikater Rezepturen. Beste Kochkünste mit edelsten Zutaten und feinsten Gewürzen verlieren an Bedeutung, wenn sie durch die geballte Würze dieser dickflüssigen Pampen überschrieben werden. Hinfort damit!

Weichkäse und stinkender Käse. Hey, ganz ehrlich: Da verschimmelt frische Kuhmilch und übertrumpft in Hinsicht auf Konsistenz und Geruch die schwitzigen, versifften Füße eines drei Tage quer durch die Wüste joggenden Läufers – und wird einem anschließend als hochgelobte Delikatesse teuer auf schneeweißem Porzellan kredenzt. Eine Beleidigung für den Geruchssinn – und Todesurteil gepflegter Geschmacksnerven. Nein danke!

Kapern. Blütenknospen verdorrter mediterraner Sträucher, eingelegt in Salzwasser oder Essig. Kurz und knapp: Kapern schmecken einfach scheiße!

Reis. Prinzipiell nur der Samen eines besonderen Grases – zugleich aber auch nahrhafte Lebensgrundlage von Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Aber: Reis schmeckt nun einmal langweilig. Unspektakulär. Trocken. Und klebt. Daher kann ich Reis nicht so wirklich leiden. Also eigentlich gar nicht. Überhaupt nicht. Niemals!

Rosinen. OH MY FUCKED GOD! In der Sonne vertrocknete, faltige, schwarz-lila-rötliche Weintrauben; einer mutierten Pseudo-Tumor-Traube aus Tschernobyl gleichend. Hässlich in Form und Aussehen, fies im Geschmack. Sobald süße Kuchen, knackige Keksii oder gar gesundes Müsli in Kontakt mit Rosinen gelangen, sind sie reif für den Sondermüll. Schluck ich eine Rosine: Würgereiz. Bei zwei Rosinen: Erbrechen. Und bei drei Rosinen: Keine Ahnung – aber sicherlich allemal fieser als zwei Rosinen.

Scharfes Zeugs. Ich steh auf Scharfes. Allerdings primär im menschlichen Bereich. Scharfes Wasabi- oder Chiligedöns hingegen kann ich absolut nicht ausstehen. Die Schärfe vernichtet jeglichen Geschmack, brennt im Abgang und verwandelt ein gediegenes Dinner in qualvolle Folter. Nene, nicht mit mir!

Knoblauch. Herrje. Wie ein Knöllchen nur so derbe miefen und im rohen Zustand höllisch-schwefelig schmecken kann. Mag Knoblauch Speisen noch so sehr verfeinern – mir gleich er eher einem Gaumengraus denn Gaumenschmaus. Nichts für die Krony!

Zwiebeln. Ähnlich schauderhaft der Knoblauchknolle. Meine Devise lautet: Stecke dir nichts freiwillig in den Mund, das Menschen ohne Vorwarnung zum Weinen bringt. Zwiebeln bergen ein Aroma, das mir die Haare zu Berg stehen lässt – und blankes Unwohlsein hervorruft. Entsetzlich!

Spargel. Gleich wie gesund der Verzehr dieser faserigen, bleichen Erd-Geschlechtsteile auch angepriesen wird – Spargel ist und bleibt seltsam bitter. Und tendenziell faserig – selbst im teuren Sternerestaurant. Außerdem nistet sich sein intensiv-penetrantes Aroma geruchlich und geschmacklich für die Dauer mehrerer Tage in so ziemlich jeglicher Körperflüssigkeit ein. Grässlich!

Naturjoghurt. Man nehme: Weißen, geschmacklosen Glibber. Kombiniere ihn mit Reizlosigkeit. Gestalte ihn zähflüssig-wässerig. Füge eine leicht säuerliche Note hinzu. Und verkaufe dieses Produkt als intelligente, aufregend schlanke Brechkost. Verzeihung, Trendkost. Hmm.

Und zu guter Letzt: Fleisch- und Wurstwaren. Schmecken verdammt gut, mjam mjam, om nom nom. Richtig lecker. Hmm, fein, awww 🙂 Problem: Krony ist Vegetarier. Einfach so. Grundlos. FAIL!

Garstiger als garstig?

Du kennst auch so das eine oder andere Antinahrungsmittel, dass dir regelmäßig den Magen umstülpt und dich panisch schreiend erhobener Hände hysterisch im Kreis rennen lässt? Dann schreib’s doch mal in die Kommentare! 😀

Foto: Red-Hot Chili Peppers von richardxthripp.

Kommentieren