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Geilheit reduzieren

Pornos sind geil. „WOW, welch geistreiche Erkenntnis!“, magst du nun gekonnt kontern, „Und für diese opferte ich nun einen mühevollen Klick?“. Zugegeben, sie stellt weder das Gelbe noch das Weiße vom Ei dar. Doch soviel sei verraten, belesener Leser: Inhaltlich zeugt die nun folgende Sachlage von noch seichteren geistig Erdachtem.

Denn Fuckt Fakt ist: Pornos sind wirklich geil – aufgrund dessen guckt sie auch ein jeder. Und wenn ich „jeder“ schreibe, dann meine ich auch jeden. Teenies und Erwachsene, Singles und Pärchen, du und ich. Japp, ich bezichtige sogar dich 🙂 Verschiedenste Studien untersuchten wiederholte den Pornokonsum deutscher Jugendlicher – und kamen zum übereinstimmenden Ergebnis, dass bis zu 99% der Jungs und 86% der Mädels bereits mindestens einmal Hardcore-Pornos guckten. Nun, wir leben ja zugegebenermaßen auch in einer kommerziell hypersexualisierten, augenscheinlich rundum aufgeklärten Unterhaltungsgesellschaft. Und aufgrund solch schnieker Erfindungen wie diesem neuartigen Internetz hier liegen massig feuchte Rubbel- und Streichelerlebnisse lediglich einen Klick entfernt. Man sollte ergo annehmen, dass sich Pornos und deren Konsum spätestens in unserer jungen Generation als alltägliche Thematik fest etabliert haben.

Doch dem scheint nicht so zu sein – trotz allen Pornoguckens verhalten wir uns diesbezüglich nach wie vor unglaublich Prüde. Verkehrte Welt: Der tägliche Fernsehwahnsinn berichtet ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen ausführlichst über den geistig debilsten Bullshit; unglaublich ekelige, teils abstoßende Neuigkeiten werden in sozialen Netzwerken wie Facebook tagelang diskutiert – ja, wir berichten der Welt zusehends über jede absurd nichtige Facette unseres eigenen Privatlebens. Aber niemand redet offen über Pornos respektive den eigenen Pornokonsum. Seltsam, irgendwie. Nun, ich selber gab ja bereits vor einiger Zeit offen zu: Ich bin ein Wichser – und stolzes Mit-Glied besagter 99% 🙂

Volles Rohr

Wir halten also fest: Nahezu alle jungen Männchen und Weibchen gucken Pornos. Übrigens nicht nur in westlichen Gefilden, sondern rund um unseren gesamten Planeten. Wohl wahr, galt noch vor einigen Jahren die Prämisse, dass lediglich jene Personen Pornos schauten, welche in Ermangeln eines reellen Besorgers das Web zum Ersatz-Versorger erklärten, so guckt dieser Tage jeder in die Röhre. Pornos sind im Mainstream angekommen. Und verursachen als eben jener Stream extremen Verkehr – nicht nur inhaltlich, sondern auch in den Glasfaserleitungen dieser Welt. Schätzungsweise 30% aller übertragenen Daten im Internet sind Pornos.

Gut, 30cm 30% hört sich nun nicht nach sooo extrem viel an, zugegeben. Aber lediglich auf den ersten Fick Blick. Laut Cisco wurde anno 2010 im Web monatlich die Gesamt-Datenmenge von 20,2 Exabyte übertragen. Das entspricht 20.200.000.000.000 Megabyte. Milchmädchenrechnung: Von diesen 20,2 Billionen Megabyte sind also rund 6,06 Billionen Megabyte reine Pornos. Oder bildlicher dargestellt: Um alle in einen Monat übertragenen Pornos auf handelsübliche DVDs zu speichern, benötigte man ca. 4.297.872.340 (~4,3 Milliarden) DVDs à 4,7 GB Speichervolumen.

Mein lieber Schieber, kein Wunder, dass die Glasfaserleitungen dieser Welt wortwörtlich heiß laufen.

Make Love, Not Porn!

Pornogucken schön und gut, doch dieser hemmungslose, zugleich alltägliche Umgang mit Hardcore-Sexfilmchen birgt auch gewisse Gefahren. Neben körperlichen Schäden ob enormer Hitzeentwicklungen durch stetige Reibung lässt sich beobachten, dass unsere Jugend immer früher in den Erstkontakt mit Pornos gelangt. Viele Teenies wissen bereits bestens über abstruse Stellungen und perverse Bezeichnungen bescheid, noch bevor sie den eigentlichen Unterschied zwischen Mann und Frau kennen. Jepp, die Kiddies – so wie ich damals auch *hust* – gucken unglaubliche Mengen hemmungsloser Pornos vor ihrem ersten realen Sex – und halten den darin praktizierten „High-Performance-Rammelsex“ daher für den normalen, harten Sexalltag. Die Latte hängt entsprechend hoch. Also, bezüglich der Erwartungen und Anforderungen. Sex muss größer, härter, länger, intensiver und schneller werden – der sexuelle Geltungsdrang wächst. Das Bild vom romantischen Kuschelsex hängt in den Köpfen besagter Jungs und Mädels von Anfang an völlig schief.

Und wenn dann der erste spannende, eigentlich unvergessliche Sex ansteht, folgen schnell Minderwertigkeitsgefühle und Ernüchterung: Meiner ist zu klein, ich bin viel zu langsam, er/sie/es stöhnt zu wenig, warum liegt da kein Stroh rum, oder er ist zu groß und ich bin zu eng, ich habe plötzlich meine Tage, er kommt immer viel zu schnell und ich spritze dabei deutlich zu wenig ab. Bli bla blubb!

Um diesem durch Pornos hervorgerufenen Sexdruck entgegen zu wirken, startete die mittlerweile sehr gut besuchte Website „Make Love not Porn“ eine charmante Gegenoffensive. Auf dieser werden Unterschiede zwischen gestellten Pornos und echtem, mit Gefühlen durchwachsenem Sex aufgezeigt – die Liebe und das Vertrauen in die körperliche Liebe sollen zurückgebracht werden. Frei nach dem Motto: Pornosex ist Schauspielerei, echter Sex weniger Hardcore, dafür emotionaler, ehrlicher und um Längen besser.

Eigentlich traurig, dass unserer Generation mittlerweile der Unterschied zwischen realem und gestelltem Sex auf schulische Art und Weise beigebracht werden muss.

Apropos Stroh …

Aber Pornos haben neben diversen befriedigenden Vorteilen auch heitere Aspekte. Wer hat nicht schon einmal über einen grotesk grottigen Pornodialog lachen müssen, sich über die mangelnde Schauspielleistung der Pornoakteure lustig gemacht oder aufgrund der an den intimsten Haaren herbeigezogenen Story ernsthaft den Kopf geschüttelt? Ich schon – unter anderem über den kultigen „Warum liegt hier eigentlich Stroh rum?“-Dialog.

Milliarden, wenn nicht gar Tausende Menschen wälzten sich quälend durch Myriaden schlafloser Nächte ob der ungewissen Frage, weshalb denn nun in diesem Strohdummen Strohporno, nun, Stroh herumlag – und warum der zur Hilfe gerufene Elektriker eine schwarze Maske trug.

Jenen des Schlafes beraubten Personen sei nun geholfen – denn das Stroh-Mysterium wurde nun in der Sendung „Wild Germany“ von ZDFneo endlich entjungfert entmystifiziert. Und ist enttäuschender denn alles in Kopfkinos jemals Erdachte. Doch höre selbst:

Video putt? Dann mich bitte hier kurz informieren – danke!

Selber Hand anlegen

Wie du also siehst, hat sich dein Klick auf diesen Artikel hier nun doch etwas gelohnt. Schließlich durftest du Informationen erfahren, welche du vermutlich niemals wissen wolltest. Um dich von den Anstrengungen des Lesens zu erholen, empfehle ich dir nun: Schnappe dir deine Freundin respektive deinen Freund – oder gleich beide – und stellt gemeinsam eure Lieblingspornos nach. Das baut Lesestress ab, macht Spaß und verbindet außerdem ungemein. Sogar emotional. Oder ziehe dir einfach auf der Pornoseite deines Vertrauens den neuesten Content rein – und sorge so dafür, dass du als Teilhaber der 86 – 99% die anderen 30% weiter steigerst. Worauf wartest du also – los, tu es!

5 Kommentare

  1. Julle
    Plauderte

    haha wer macht sich den sorgen über „ich spritze dabei deutlich zu wenig ab“ :DDD ich roll mich gleich 😀

    • Krony
      Verfasste

      Tach Julle,

      du wirst lachen – diese Sorge haben unglaublich viele Jungs. Und das nicht erst seit heute: Bereits früher zu internetfernen 90er-Jahren ließ sich diese erdrückende Ungewissheit aus den Dr. Sommer-Artikeln in der BRAVO herauslesen und dieser Tage entsprechend umso vermehrter in diversen Foren und Blogs. Pornos verwirren augenscheinlich ungemein.

      Grüße, Krony

  2. Tobi
    Schwätzte

    Hey Krony,
    kann es sein dass du im zweiten Titel „reduzieren“ statt „redzuieren“ meinst? LG Tobi

    • Krony
      Artikulierte

      Moinmoin Tobi,

      na endlich fällt das mal jemanden auf. Das … ähm … war selbstverständlich gewollt *hust hust*.
      Sozusagen als Teil eines sozialen Experimentes ob ehrlicher Hinweise der Besucher auf vorsätzlich gestreute Fehler ^^

      LG Krony

      • Tobi
        Sabbelte

        Wuhuu, #1 :DD

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