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Knuddeln. Für viele Menschen alltägliche Posse höfischer Lobhudeleien sozialer Netzwerke, salopp fern jeglicher Belange flugs protokolliert. Doch für Wenige bezaubernder Innbegriff herzerwärmender Magie analoger Welten.

Die Quintessenz des eifrigen Knuddelvorgangs involviert im Bereich mannigfaltiger Wahrnehmungsebenen deutlich mehr denn pures Kuscheln. Selbiger wird mit innig verliebten Blicken gen unergründlicher, mystisch glänzender Augen des beteiligten, vergötterten Knuddelpartners in die Wege geleitet. Erste zaghafte Berührungen gen entzückendem Antlitz und bebenden Oberkörpers folgen auf zärtlichem Zerwuscheln teils teurer Frisuren, derweil geschmeidiger Miezen gleich hingebungsvoll wechselseitig Nase und Lippen gestupst und geknabbert werden. Die Knuddelspiele sind eröffnet.

Wache Augen spiegeln eines drolligen Comics gleich ehrlich klopfende Herzen denn grüne Dollarsymbole wieder, binnen Atemzügen vermag eine epische Bullet Time einzusetzen; verlangsamt Zeit und Geschehen; intensiviert Eindrücke und Gefühle. Miese, nasskalte Regentage, düstere Gedanken und gesellschaftliche Diktate verbleichen zusehends, zerrinnen wie Butter in der Hitze und verkehren sich innerlich in sanften Sonnenschein. Dieser kitzelt Seele und Gemüt, ruft keckes Kichern und herzhaftes Lachen hervor – weshalb die umsäumende, nur noch im hintersten Augenwinkel realisierte Welt umgehend monumental freundlicher erscheint.

Verknallten Blickes und dollen Kuschelns schließen sich dann langsam die klaren Augen der Protagonisten, worauf die inneren, glutroten und brüllend heißen Feuer umso leidenschaftlicher entflammen und im gesamten Organismus ein heimelig-lichtes, sonnendurchflutetes Gefühl verströmen. Ein Gefühl vom zweisamen Kuscheln in hohem, sattgrünen Gras und knallbunten Blumen; sanft durchkräuselt von warmen Winden eines flirrend heißen Sommertages, vermengt mit dem dezenten Duft süßlicher Blüten sowie würzigen Heus und gekrönt vom weichen Rascheln kühlenden, Schatten spendenden Laubes, zirpenden Grillen sowie eifrig summender Bienchen.

Körper und Geist entschweben nun jeglicher Logik und Grobstofflichkeit, lassen vertrauensselig los und vereinen sich einer gleißenden Supernova gleich mit den Empfindungen des Partners. Funkelnde Sterne und glimmende Galaxien kommen und gehen, Zeit und Raum verlieren greifbare Ebenen. Momente gleichen Ewigkeiten. Ewigkeiten betörenden Glückes, vollendeter Liebe und pulsierender Leidenschaft. Zufriedenheit und Freude durchdringen dem frech plätschernden Nass eines süßen Quells gleich den nun in zeitlosen Träumen verlorenen Knuddler, durchtanzen ihn im Einklang mit dem beflissenen Herzschlag des anderen. Stechende Sorgen, beengende Nöte, grausige Ängste und fiese Probleme verlieren ihre bedrohlichen Schatten, werden entwaffnet und entweichen dem eigenen Herzen. Sie vermengen sich mit denen des Partners und werden zerknuddelt. Geteiltes Leid wird halbes Leid. Die Zeit steht still.

Liebevolle Wärme und innige Geborgenheit treten in vollendete Symbiose mit erregender Körpernähe, tiefstem Vertrauen und kindlicher Sicherheit. Echtes Knuddeln gleicht reinster Magie. Magie in Vollkommenheit. Streicheleinheiten für zwischenmenschliche Bindungen und die Seele. Wer das hier noch nicht selber erleben durfte, hat noch nie geknuddelt. Smarte Umarmungen ausgetauscht oder keck gekuschelt womöglich, aber nicht geknuddelt 🙂

3 Kommentare

  1. sandro
    Erörterte

    mach dich nackig süßer!
    \o/

    • Krony
      Sagte

      Was zum … Das mache ich doch schon alleine aus hygienetechnischen Gründen mindestens einmal täglich. Und aus anderen Gründen mitunter gar noch öfters 😉

  2. Pingback: Setz di her! | Open Sourced Mind.

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