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Neulich guckte ich in meine Geldkatze (mittelalterlich für Geldbeutel) und musste feststellen: Außer einigen Spinnweben findet sich dort nichts Aufregendes, er ist leer. Als ob das nicht Grauen genug sei, erfuhr ich heute ein sehr lehrreiches Leere-Déjà-vu. Da hatte ich mich also nun ausgiebig mit dem Sternbild „Eridanus“ beschäftigt und stieß per Zufall auf eine eigentlich ziemlich schwer vorstellbare Besonderheit: Im besagten Sternbild gibt es eine Lücke. Ein Loch sozusagen. Ein großes, leeres Loch. Ein sehr großes Loch sogar. Es hat eine Ausdehnung von einer Milliarde Lichtjahre. Sprich, wenn du auf der einen Seite mit einer Taschenlampe hineinleuchtest, kommt das Licht in einer Milliarde Jahre auf der anderen Seite an. Das Besondere an diesem Loch: Es ist leer. Absolut leer. Leerer als leer.

Die Meinung, dass das Weltall an sich leer ist, ist ja bekanntlich weit verbreitet. Doch das stimmt nicht, in fast jedem Kubikmeter im Weltall finden sich diverse Atome oder Moleküle, von der mysteriösen Dunklen Materie gar nicht zu sprechen. Es befindet sich also eigentlich immer irgendwo eine Art von Materie, die sogenannte mittlere Materiedichte. Nun, außer im besagten Loch. Hier ist nichts, keine Sterne, keine Galaxien, keine Meteoriten, keine Schwarzen Löcher – ja noch nicht einmal Dunkle Materie. Es ist einfach leer. Gefüllt mit … nichts. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an frühe Carl Barks-Donald-Duck-Comics, in denen Dagobert das Nichts entdeckt und davon einiges mit auf die Erde nimmt, um dem Finanzamt eins auszuwischen, da er ja nichts zu versteuern besäße. Doch im Comic-Fall ist das Nichts ja etwas, weil es transportierbar ist. Im besagten Eridanus-Loch hingegen ist gar nichts.

Solche Lücken werden in der Astronomie „Voids“ genannt. Das ist Englisch und bedeutet – *Trommelwirbel* – nichts anders als „Lücke, Leerraum“. Sonderlich ergreifend mag die Bezeichnung nicht sein, aber das Phänomen schon. Es ist für uns schier unvorstellbar, sich nichts vorzustellen. Aber dort IST eben nichts. Gut, vielleicht wabert dort massig Quantenschaum herum oder es finden sich gigantische String-Knoten, doch diese lassen sich bis dato noch nicht nachweisen.

Neueste Untersuchungen ergeben außerdem, dass die Materieverteilung im Universum der Bienenwabenstruktur ähnelt. Also mit Hexaförmigen, materiereichen Strängen und ziemlich leeren Zwischenräumen dazwischen. Das ergäbe Sinn, schließlich finden sich natürliche Strukturen wie die Wabe oder die Spirale sowohl im Nanobereich als auch in astronomischen Maßstäben. Apropos Maßstab, die Definition von nichts ist auch im wahrsten Sinne des Wortes Ansichtssache: Unter einem Rasterelektronenmikroskop sehen die einzelnen Atome ziemlich einsam aus, dazwischen findet sich gähnende Leere. Viel Leere. Extrem viel Leere. Eigentlich wie im obigen Beispiel: zwei Atome und dazwischen gefühlte eine Milliarde Lichtjahre Leere. Von diesem Aspekt aus gesehen sind wir umgeben von Leere, auch das härteste Material ist in seinem Innersten … leer! So wie mein Geldbeutel und die darin lebende Spinne 🙁 Und das Schlimmste: Sollte er wieder mit Geld gefüllt sein, habe ich nun immer das Hintergrundswissen, dass dieses in seinem Innersten ebenfalls Leer ist. Super!

3 Kommentare

  1. xXJulleXx
    Kritisierte

    Oh mein goott
    mir gehtz genauso wie dir =P
    Es ist aber wirklich kaum vorzustellen das in diesem Trommelwirbel einfach nix sein muss, weil man denkt sich doch irgendwas muss es doch geben, IRGENDWAS, weil eigentlich ist ja überall etwas….ich finde es zumindest (sehr) schwer vorzustelln….darüber muss ich erstmal nachdenken (mit Bier und Pizza natürlich 😉 )
    Und ich hoffe wir können das nun endlich mal erledigen ich will mitmachen (hier)….Du weißt was ich meine^^

    gr33tz Julle

  2. Krony
    Formulierte

    Jup ich denk wir machen das mal am Wochenende dann hab ich Zeit für dich 😛

  3. Pingback: Die Lehre von der Schwere | Krony

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