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Du kleiner Retronaut! Früher ward alles besser gewesen, meintest du jüngst. Schwelgst allzeit in Erinnerungen durchgespielter Nächte des virtuellen Pixelmünzensammelns. Des Befreiens anmutiger Prinzessinnen. Sehnsüchtig entdeckst du längst in Vergessenheit geratene Gefühle gegenüber deines damaligen Controllers. Dieses markant-kantigen Plastikdingens. Träume visualisieren sich dir des nächtens in feinsten Pixellandschaften. Dein Smartphone ertönt trotz polyfoner Soundausgabe der Nostalgie wegen im anmutigen 8-Bit. Deine vier Wände zieren verstaubte Poster längst vergessener Jugendhelden. Rotbemütze Klempner, arabische Prinzen, ein Bananen verschlingender Affe, großohrige Mäuse – eine wahrlich großartige, irre Truppe. Schlingpflanzen, verwirrende Kabel, Pixelherzen, flimmernde Bildschirme, fiese Fallen, Chips und Pizza, Lavahöhlen, Ladebalken, Disketten und luftige Plattformen. Sie alle manifestierten sich für alle Ewigkeiten in deinem Kopf. Oder? Nun, wenn dem bei dir so ist, solltest du dir Folgendes näher angucken:

Das Computerspielemuseum Berlin

Computer- und Konsolenspiele haben sich längst als fester Bestandteil unserer Kultur etabliert. Zugegeben: Eine sehr junge Kultur, existiert sie doch erst seit knapp 60 Jahren. Eine Zeitspanne allerdings, in der sie unsere Gesellschaft nachhaltiger veränderten als viele andere Erfindungen dieser Zeit. Löblich! Ehre also, wem Ehre gebührt: Das bekannte Computerspielemuseum in Berlin widmet dieser frischen Kultur nigelnagelneue Räume, stilistisch befüllt mit digitalen und realen Erinnerungsobjekten aus herzerobernden Spielen und betagten Konsolen der letzten Jahrzehnte. Ein nahezu perfekter Ort, um in perfiden Erinnerungen schwelgend multimedialen und plastischen Eindrücken freien Lauf zu lassen. Viele, teils stocksimple Spielstationen laden zum Interagieren ein. Zum Spielen. Schwärmen. Und auch Nachdenken.

Spielend Geschichte erleben

Und zum Staunen: Mit welch steinzeitlichen Methoden und Herzblut damalige Spiele umgesetzt wurden, lässt sich heutigen Generationen eigentlich nur schwer vermitteln. Tageverschlingende Textadventures in gerade einmal zwei Farben. Klötzchen, welche es von links nach rechts zu bewegen gilt. Herabfallende, stapelbare Steinchen. Dauer schießende, nur nach rechts fliegende Raumschiffe. Ein gelber, weiße Pünktchen fressender Klotz. Ja, frühes Spielen, das war eine aufregende Verschmelzung simpelster Steuerungsmöglichkeiten, klobiger Gerätschaften und einem hohen Maß an Fantasie. Welch Abenteuergeist, ja Aufbruchstimmung in unbekannte digitale Gewässer gerade in den Anfängen der digitalen Spiele von Nöten waren, lässt sich hier in Berlin endlich gebührend erahnen. Ein dortiger Museumsbesuch stellt eine Zeitreise in die Vergangenheit dar – und in Technologien, die wir heutzutage gar nicht mehr kennen. Und dennoch nicht missen wollen. Fresh präsentiert, aber dennoch durch und durch steinzeitlich. Nur an einem vermag sich der Zahn der Zeit die Zähne auszubeißen: Am Spaßfaktor. Völlig egal, wie bejahrt ein Spiel sein mag – es unterhält nach wie vor, fordert die Kreativität, regt zum Nachdenken an, weckt Emotionen, Gefühle – und lässt die Zeit wie im Flug und spielend verfliegen. Dem steht das Museum meines Erachtens in nichts nach – ein Besuch lohnert sich! Auf auf – hingehen, schwelgen, nach Hause fahren und den alten SNES aus dem Keller Gruscheln. Good Game!

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Foto: © Computerspielemuseum Berlin

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