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Vor ein Paar tagen präsentierten wir euch den Duke in einer seiner besten Rollen. Doch Duke Nukem alleine ist nicht in der Lage, die Erde zu beschützen – geschweige denn, das gesamte Universum zu retten. Zu groß ist bei ihm die Gefahr durch verführerische, weiblich Ablenkungen. Zum Glück hat er tatkräftige Unterstützung im Kampf gegen fiese Aliens: Ein weiterer Held agiert auf der universalen Helden-Bühne. Vielen kennen ihn unter dem Pseudonym „Commander Keen„.

Mein Name ist Blaze, Billy Blaze!

Commander Keen ist der Name einer erfolgreichen und grandiosen Computerspiel-Serie aus den Glanzzeiten der Jump & Run-Spiele Anfangs der 90er Jahre des letzten Jahrtausends. In diesem besteht Commander Keen alias „Billy Blaze“ – ein laut Geschichte achtjähriger Junge mit einem IQ von 314 – zahlreiche Abenteuer im Weltraum, auf fremden Planeten und deren außerirdisch anmutenden Städten. Meistens muss er die Erde oder gleich die ganze Galaxie vor der Zerstörung durch irre Aliens retten. Dazu kam es, da er – im normalen Leben notorisch unterfordert – im Geheimen aus alten Suppentöpfen und anderen Haushaltsgegenständen ein Raumschiff mit dem absurden Namen „Bean-with-Bacon Megarocket“ konstruierte. Wenn nun seine Eltern abends ausgehen und sein Babysitter endlich einschläft, schlägt Billys Stunde: Er setzt sich den Football-Helm seines Bruders auf und wird zu Commander Keen, dem zum Knuddeln-verleitenden Verteidiger der Erde.

Jump & Run … and shoot … und jump again …

Die Commander-Keen-Serie wurde von id Software (Doom 3, Prey) entwickelt. Die Spiele sind sogenannte Side-Scroller, das heißt, dass der Bildschirmausschnitt in Bezug zur Landschaft zum Beispiel nach rechts verschoben wird, sobald die Spielfigur in den rechten Bildschirmteil gerät. Der Spieler steuert dabei Commander Keen und kann ihn Aktionen wie „Gehen„, „Springen“ und „Schießen“ ausführen lassen. Eine Besonderheit Commander Keens ist sein Pogostab, mit dem er besonders hohe Sprünge bewältigen kann. Mit diesen Möglichkeiten muss man Hindernisse wie Abgründe und Monster überwinden, um das Levelende unbeschadet zu erreichen. Sobald ein Level abgeschlossen ist, kann auf einer Übersichtskarte selbst der nächste Level aus einer Reihe von vorgegebenen Möglichkeiten ausgesucht werden. In den 90er Jahren wurden sieben offizielle Teile der Commander Keen-Reihe veröffentlicht. Grundlegende Veränderungen am Spielprinzip traten in keinem der Teile auf – und das ist auch gut so.

Der unter Fans beliebteste Teil ist dabei der Vierte: Commander Keen – Secret of the Oracle.

Das Geheimnis des Orakels

Eines haben viele alte DOS-Klassiker gemeinsam: Eine ebenso abgefahrene wie lustige Story. Commander Keen steht dem in nichts nach; die Geschichte um den achtjährigen Jungen ist nahezu haarsträubend:

Keens neues, selbst gebasteltes „faster-than-light„-Radio fängt eine Verschwörung der „Shikadi“ zur Zerstörung der Galaxie ein. Kurzerhand stürmt er mit seinem Raumschiff zum Planeten „Gnosticus 4“, um die acht geheimnisvollen Hüter des intergalaktischen Orakels um Hilfe zu bitten. Dort angekommen muss er leider feststellen, dass diese gefangen genommen wurden. Fortan hüpft und kämpft sich Commander Keen durch die insgesamt 19 Levels des Spiel, um alle acht Ältesten zu erretten.

Im Laufe des Spiels erkundet er dabei groß angelegte Levels und viele außergewöhnliche Gegner, darunter Felsen, die sich erst bewegen und auf Keen springen, wenn er diesen den Rücken zukehrt. Oder Giftschleim-aussondernde gelbe Alien-Schnecken, Riesenmücken, blaue, Feuer speiende und hüpfende Bälle, giftige, springende Pilze oder einfach aus der Decke schießende Speere. Und natürlich der legendäre Dopefisch, die zweitdümmste Kreatur im Universum. Dazu gesellen sich eine Reihe von bodenlosen Abgründen, heiße Ölvorkommen oder Feuer.

Am Ende wurden alle Ältesten erfolgreich geretten und mit deren Hilfe der Standort der gemeingefährlichen Alienrasse ausgekundschaftet. Grund genug, dem ein Gar aus zu machen – aber nicht in Teil vier. Zu Ende geführt wird die Geschichte nämlich im Nachfolger „Commander Keen 5 – The Armageddon Machine„.

Der Charme des Spiels

Commander Keen 4 merkt man an jeder Stelle an, dass es mit einer – für damalige Verhältnisse seltenen – Liebe zum Detail entwickelt wurde. So gibt es massig geheime Bonusgänge in den einzelnen Levels, versteckte Extra-Leben oder ein weiteres Spiel im Spiel im Hauptmenü: Den urzeitlichen Klassiker „Pong„, im Spiel „Paddlewar“ genannt und auf der Armbanduhr von Commander Keen gegen eine KI gespielt.

Außerdem ist Commander Keen ein Spiel, das absolut ohne Gewalt auskommt. Gegner werden nicht getötet, sonder lediglich betäubt und liegen dann – lustige Grimassen schneidend – mit schwirrenden Sternchen über dem Kopf auf dem Boden. Sogar die sammelbaren und Punkte-einbringenden Bonus-Objekte wurden ganz auf das Alter des Helden zugeschnitten. So findet man unter anderem Eistüten, Limonade, Bonbons, Zuckerwassertropfen und Schokolade.

Das zusätzlich sehr farbenfrohe Spiel wird zu guter Letzt mit fröhlicher, levelabhängiger und manchmal nostalgisch dudeliger Midi-Musik garniert. Alles in allem also ein absolut niedlicher Klassiker, der auch heute noch zu unterhaltsamen Stunden verleitet. Mit dem kostenlosen Programm „DOSBox“ kann das DOS-Spiel auch heute noch unter Windows 7, Vista und XP gespielt werden.

Lust bekommen?

Noch nicht genug?

Weitere Infos, Downloads und Demos zu allen Commander Keen-Spielen findest du auf der Fan-Seite www.commander-keen.com

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