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„Ich hatte Angstzustände. So dass mir der Schweiß zum Teil eiskalt den Rücken runterlief.“ Kevin sitzt in seiner alten Schulklasse. Erinnerungen werden wach an ein jahrelanges Versteckspiel. Jedes Mal wenn jemand „schwul“ oder „Schwuchtel“ als Schimpfwort benutzte, zuckte er zusammen. Was würde passieren, wenn herauskäme, dass er tatsächlich schwul ist?

„Schwul“ und „Schwuchtel“, sagt die deutsche Lehrergewerkschaft, sind die häufigsten Schimpfwörter auf deutschen Schulhöfen. Nur Slang, meinen einige. Aber dabei vergessen sie, dass versteckt auf dem Schulhof schwule und lesbische Schüler stehen und genau hinhören.

Für sie ist die Botschaft klar: Wir sind hier unerwünscht, gehasst, an Outing ist nicht zu denken. Mit Abschottung oder Lügengeschichten versuchen die Jugendlichen, bloß nicht aufzufallen. Die Folge: Es gibt scheinbar keine Homosexuellen an Schulen. Anders als bei Rassismus findet in Sachen Homosexualität kaum Aufklärung statt.

1LIVE-Reporterin Christina Zühlke begleitet Kevin zurück in seine Heimat, das Sauerland. Er trifft seinen ehemaligen Schuldirektor, redet mit seinem Pfarrer und besucht eine Versammlung seines alten Schützenvereins.

» Artikel zur Reportage vom WDR

Text- und Inhaltsquelle: DBNA News „Biste schwul, oder was?“ | Foto: gschpænli / photocase.com

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