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Lagos – größte Stadt Nigerias und zugleich eine der größten Afrikas; im dortigen mittleren Westen an die Atlantikküste geschmiegt. Zählte die Stadt um 1950 herum noch überschaubare 300.000 Einwohner, so schnellte diese Zahl in den letzten Jahren mit atemberaubender Geschwindigkeit in die Höhe und liegt dieser Tage bei circa 15 Millionen. Und Schätzungen zufolge könnte bereits zwischen 2015 und 2020 herum die 25-Millionen-Grenze durchbrochen werden. Dieses ungeheure Wachstum bleibt nicht ohne Folgen: Arbeitslosigkeit, wie Krebsgeschwüre wuchernde Slums, geringe Bildung, Staus und Verkehrschaos, mangelhafte Trinkwasserversorgung, Stromausfälle und unzureichende Müllentsorgung gehören zum Alltag Lagos. Staat und Behörden stehen diesen Szenarien relativ hilflos gegenüber, es mangelt an allen Ecken und Enden an Koordinatoren, Hilfskräften und Geldern.

Private Investoren und nigerianische Banken kamen daher überein, Lagos Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Ihre Vision: Lagos nach und nach stattfindende Transformation zum internationalen Dreh- und Angelpunkt für den gesamtzentralafrikanischen Kontinent. Mittel zum Zweck: Eko Atlantic City.

Eine futuristische Planstadt, mitunter gar als „das neue Dubai Afrikas“ bezeichnet. Auf künstlichem Land an der Küste Victoria Islands – dem Herzen Lagos – wird ein multimilliardenschweres, hochmodernes, über 10 km² großes Finanz-, Gewerbe-, Touristik- und Wohnzentrum entstehen. Mit Parks, Shopping-Malls, Jachthäfen, Hochhäusern und einem effizienten, bis dato stadtweit sehr spärlich gesäten öffentlichen Personennahverkehrssystem. Zwischen 250.000 und 400.000 Menschen dürfen Eko Atlantic City innerhalb der nächsten 20 Jahre ihr privates und berufliches Zuhause nennen können, dazu werden weitere 150.000 bis 250.000 Berufspendler aus den anderen Stadtteilen Lagos erwartet.

Optisch wird sich Eko Atlantic ganz klar vom Rest Lagos abgrenzen. Die Erbauer versprechen sich anstelle klaustrophobischer Enge, siffigen Schmutzes und urbanem Hexenkesselcharme offene, saubere und baumgesäumte Boulevards, städtische Parks, einen funktionierenden, vermutlich privaten Sicherheitsapparat, auf Hochglanz polierte Glasfassaden mit massig Edelstahl und ungetrübten Blick auf den Atlantischen Ozean. Unterstützt von einer eigenen, autarken Wasser- und Stromversorgung sowie einem direkten High-Speed-Internetzugang zum vor der Küste Lagos verlaufenden transatlantischen Glasfaserkabel. Der schillernde Stadtteil soll dabei nicht nur das Hightech-Aushängeschild Afrikas darstellen, sondern mit der Zeit die gesamte Region mit westlichem Wohlstand beschenken und Afrikas Zukunft einläuten. Wir dürfen gespannt sein, ob sich die Vision einer weltoffenen Stadt erfüllen oder sich Eko Atlantic vom restlichen Lagos als sicheres Bollwerk der Reichen abkoppeln wird.

Eko Atlantic Business District

Video putt? Dann mich bitte hier kurz informieren – danke!

Informationen und Foto: Prime Real Estate Lagos Nigeria – Africa – » Eko Atlantic.

2 Kommentare

  1. Tobias
    Sprach

    OMG! Das wird bestimmt so geil aussehen *___*
    Naja, aber bis es soweit ist vergehen noch ein paar Jahrzehnte…

    • Krony
      Erörterte

      Aloha Tobi,

      zwei Jahrzehnte wird es noch bis zur Vollendung der Großbaustelle dauern, um genau zu sein. Schließlich müssen dem Atlantischen Ozean bis dahin noch so einige Quadratkilometer Meeresfläche abgeronnen werden, ganz zu schweigen vom Bau eines gänzlich neuen Stadtteiles. Siehe dazu auch mehr oder minder aktuelle Aufnahmen der offiziellen Projektseite: http://www.ekoatlantic.com/media/image-gallery/.

      Tinkewinke, Krony

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