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Während der Zeit des Mittleren Reichs hatte die Einwanderung zugenommen. Menschen aus Asien, insbesondere die Hyksos (aus dem Raum um Palästina und Syrien), überquerten die ägyptischen Grenzen und boten ihre Dienste an, häufig als Lohnsklaven. Mit der Zeit gelang es ihnen, ihren Status in der ägyptischen Gesellschaft zu verbessern. Mit dem Chaos am Ende des Mittleren Reichs kamen sie letztendlich an die Macht.

Die Hyksos herrschten über Unterägypten und erklärten Rowarty („Avaris„) zu ihrer Hauptstadt. Zwar herrschten sie nur über Unterägypten direkt, doch ihr Einfluss auf Oberägypten war unübersehbar. Die Gouverneure von Oberägypten mit Sitz in Waset („Theben„) zahlten den Hyksos Tribut.

Unter ihrer Herrschaft pflegte Unterägypten weiterhin gute Handelsbeziehungen. Handelsrouten nach Sinai und Palästina blieben offen, die Hyksos gingen sogar eine neue Handelspartnerschaft mit den Kuschitern ein, die ihr Land bis zum ersten Katarakt bei Abu („Elephantine„) zurückerobert hatten. Die Kuschiter bildeten eine eigenen Nation mit einer eigenständigen Kultur. Ihre Hauptstadt war Kerma.

Die Beziehungen zwischen Ober- und Unterägypten blieben freundschlaftlich, bis Apophis III., ein Herrscher der Hyksos, Seqenenre II., den Herrscher von Waset („Theben„), mit einer Beleidigung erzürnte. Um sich zu rächen, fiel Seqenenre II. in das Gebiet der Hyksos ein und zettelte mit Hilfe nubischer Söldner einen Krieg an. Seqenenre II. kam zwar während der Schlacht ums Leben, doch sein Sohn Kamose kämpfte weiter. Als auch er starb, führte sein Bruder Ahmose I. den Krieg zu Ende. Er trieb die Hyksos zurück nach Asien und vereinte Ägypten wieder unter einem Herrscher.

So kurz die Herrschaft der Hyksos war, so dauerhaft wirkte sie sich auf die ägyptische Kultur aus. Die Hyksos führten die Verwendung von Bronze ein, einem weitaus stabileren und vielseitigeren Metall als Kupfer. Das neue Metall wurde für Waffen wie Dolche und Schwerter verwendet. Der berühmteste Beitrag der Hyksos zur ägyptischen Militärtechnologie waren jedoch von Pferden gezogene Streitwagen.

Aber das war nur eine von vielen Errungenschaften, die man den Hyksos verdankte. Ihnen schreibt man unter anderem die Einführung des Standwebrahmens zu, was zu Verbesserungen in der Stoffherstellung führte, außerdem die Einführung von Musikinstrumenten wie Leiern, Oboen und Tamburinen sowie von neuen Lebensmitteln wie Granatäpfel und Oliven.

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