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Das alte Ägypten wurde zunächst unter starken regionalen Herrschern vereint. Darüber, welcher Herrscher Ägypten zuerst vereinte, streiten sich die Historiker. In den Legenden Altägyptens wird dieser Erfolg dem mythischen Pharao Menes aus Thinis zugeschrieben, allerdings wurden keinerlei Artefakte, die den Namen Menes trugen, aus der Zeit gefunden, zu der dieser gelebt haben soll.

Die meisten Historiker sind sich einig, dass Narmer einer der ersten Herrscher Ägyptens gewesen sein muss, auch wenn keiner genau weiß, über welchen Teil Ägyptens er herrschte. Die Narmer-Prunkschminkplatte, ein steinernes Artefakt, das man in Thinis gefunden hat, zeigt Narmer mit der Krone Oberägyptens auf der einen und der Unterägyptens auf der anderen Seite. Manche Historiker sind der Auffassung, dass dies deutlich beweist, dass Narmer über beide Teile Ägyptens herrschte.

Einig ist man sich hingegen darin, dass Aha über ein vereintes Ägypten herrschte und dessen erste Hauptstadt in Men-nefer gründete. Für die Hauptstadt wählte er einen Ort in der Mitte Ägyptens zwischen den beiden Landesteilen aus. Er nannte seine Hauptstadt „Weiße Mauern„, später sollte man sie jedoch als Men-nefer („Memphis„) bezeichnen. Das Land für die Hauptstadt wurde geschaffen, indem man den Lauf des Nils mittels eines großen Kanals umleitete. Aha etablierte auch Ptah als Hauptgott und unternahm Militär- und Handelsexpeditionen nach Nubien, Libanon und in den Sinai.

Seine Nachfolger übernahmen sein Herrschaftsmuster, und die ägyptische Kultur blühte auf. Man verwendete Papyrus und Hieroglyphen, und die Bemühungen der Regierung um Zentralisierung wurden durch den ausgeprägten Hang zu Aufzeichnungen stark unterstützt. Die ägyptische Regierung maß auch die Überschwemmungen des Nils und verwaltete die Arbeit auf den Farmen direkt. Es wurden medizinische Papyri verfasst, und zum ersten Mal wurde Stein für Gebäude und Skulpturen verwendet. Adlige wurden in aufwendig dekorierten Mastabas in Abedju („Abydos„) und Saqqara beigesetzt.

Auf Aha folgten mehrere Pharaonen, die das vereinigte Land festigten und weiteres Land hinzufügten. Mit dem Ende der zweiten Dynastie zerbrach die Union jedoch. Zwei Männer beanspruchten den Thron: Peribsen und Chasechem. Peribsen nahm einen Seth-Namen anstelle des traditionellen Horus-Namen an und brach so mit der Tradition.

Nun muss man wissen, das Seth nicht nur als eng mit Unterägypten verbunden galt, sondern in der ägyptischen Mythologie auch ein Feind des Horus ist. Chasechem behielt die Tradition bei und nahm einen „Namen des Horus“ an. Während des Konflikts wurde Chasechem gen Süden nach Nechen („Hierakopolis„) vertrieben, am Ende gelang es ihm jedoch, Peribsen und dessen Leute zu besiegen und Ägypten wieder zu vereinigen. Nach der Wiedervereinigung nahm Chasechem den Namen Chasechemui an, der „zwei Mächte sind erschienen“ bedeutet.

Am Ende der frühdynastischen Zeit war Ägypten also wieder unter einem Herrscher vereint. Adlige ließen sich gewöhnlich in einer großen Mastaba beisetzen. Die Töpferscheibe war erfunden worden, was die Herstellung besserer, haltbarer Töpferwaren ermöglichte. Der Handel mit den Nachbarn brachte dringend benötigte Waren und Rohstoffe in das Land. Und dank des Konflikts zwischen Chasechemui und Peribsen war Horus nun fest als Gottheit der Pharaonen etabliert.

Ägypten: Die komplette Reihe im Überblick

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